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Leben mit Borderline
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Wie man Betroffene unterstützt – und wo Grenzen liegen

Für Angehörige kann das Leben mit einem an Borderline erkrankten Menschen belastend sein. Wie zeigt man Unterstützung, ohne ständig über eigene Grenzen zu gehen?
AutorKontaktdpa
Datum 11.10.2026  12:00 Uhr
Wie man Betroffene unterstützt – und wo Grenzen liegen

Eine Borderline-Persönlichkeitsstörung ist eine psychische Erkrankung, die durch Instabilität von Gefühlen, Stimmungen und zwischenmenschlichen Beziehungen gekennzeichnet ist. Gleichzeitig haben Eltern, Partner oder Geschwister eine wichtige Rolle im Genesungsprozess. Doch wie verhalten sich Angehörige am besten? Steffi Kohl-Pott, Funktionspsychologin an der Schön Klinik Bad Bramstedt arbeitet sowohl mit Borderline-Patienten als auch mit ihren Familien und erklärt, was wichtig ist:

»Einer der wichtigsten Aspekte ist Wissen«, sagt Steffi Kohl-Pott. Wer versteht, dass Menschen mit Borderline Gefühle häufig besonders intensiv erleben und schwerer regulieren können, kann Reaktionen, die von außen überzogen wirken, besser einordnen. »Dann habe ich viel mehr Mitgefühl für mein Gegenüber«, so Kohl-Pott.

Auch das Thema Selbstverletzung sollten Angehörige einordnen können. Solches Verhalten kann sehr extrem wirken und wird mitunter fehlinterpretiert. Die Selbstverletzungen können unterschiedliche Funktionen haben. Angehörige sollten sich vor Augen führen: »Die Selbstverletzung dient nicht dazu, Aufmerksamkeit zu generieren, sondern dienen etwa Selbstregulationsversuchen, etwa um mit innerer Anspannung zurechtzukommen«, erklärt Kohl-Pott.

Klare Grenzen kennen – und eigene Hilfe suchen

Ebenfalls wichtig ist die Erkenntnis: Angehörige können Erkrankte zwar unterstützen, aber nicht heilen oder die Verantwortung für das emotionale Erleben von Betroffenen übernehmen. »Es ist nicht primäre Aufgabe des Angehörigen, den Patienten zu behandeln – das geht nicht. Dafür braucht es professionelle Unterstützung«, betont Kohl-Pott.

Angehörige können durch Kenntnisse der Problematik Betroffene gut unterstützen, sollten aber auch auf sich achten und gegebenenfalls Unterstützung suchen.

Validieren: Die Sichtweise des anderen anerkennen

Eine hilfreiche Kommunikationsform im Umgang mit Borderline-Betroffenen ist die sogenannte Validierung. »Ich akzeptiere deine Sicht so, wie du die Welt gerade siehst – zu hundert Prozent. Das heißt aber nicht, dass ich derselben Meinung sein muss wie du«, erklärt die Therapeutin.

Konkret bedeutet das: Statt bei einem Krisengespräch mit Unverständnis zu reagieren oder ausschließlich auf der Sachebene zu diskutieren, erst einmal anerkennen, was der andere fühlt – und dann behutsam Alternativen anbieten.

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