Bundesgesundheitsministerin Nina Warken sieht in Sachen Ebola derzeit keinen Handlungsbedarf in Deutschland. In der Bundesrepublik ist das Risiko »als äußerst gering einzuschätzen«, sagte die CDU-Politikerin im ARD-»Bericht aus Berlin«. »Im Land braucht es derzeit keine Vorkehrungen.« Eine weltweite Ebola-Pandemie halte sie für »nahezu ausgeschlossen«.
Ebola überträgt sich ausschließlich durch direkten Kontakt mit Körperflüssigkeiten erkrankter Personen – eine unbemerkte Ausbreitung in Europa wie bei Atemwegserkrankungen ist daher unwahrscheinlich.
Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) zeigte der bislang größte Ebolafieber-Ausbruch in Westafrika 2014/2015, dass das Risiko einer Ausbreitung nach Deutschland selbst dann sehr gering sei, wenn afrikanische Großstädte mit internationalen Flugverbindungen von einem Ausbruch betroffen sind. Nur vereinzelt hätten damals Infizierte die betroffenen Länder mit einem Flugzeug verlassen. Eine weitere Verbreitung in Deutschland wäre auch deshalb unwahrscheinlich, da Infektionsketten in Deutschland schneller unterbrochen und Betroffene sicher versorgt werden könnten, wie das RKI auf seiner Internetseite schreibt (Stand März 2025).
Trotzdem gibt es Faktoren, die genau beobachtet werden müssen. Ohne verfügbaren Impfstoff ist die Eindämmung der Bundibugyo-Variante erschwert. Ein in Ugandas Hauptstadt Kampala verstorbener Patient war laut Africa CDC mit öffentlichen Verkehrsmitteln aus dem Kongo eingereist. »Der Fall zeigt, wie schnell das Virus Grenzen überqueren kann«, warnte Africa CDC Direktor Jean Kaseya.
Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in die betroffene Provinz Ituri und umliegende Regionen. Von nicht notwendigen Reisen in die übrigen Landesteile des Kongo einschließlich der Hauptstadt Kinshasa rät es ab.