Die Nieren sind paarig angelegte Organe und übernehmen lebenswichtige Funktionen: Sie sind effektive Filterstationen und regulieren den Flüssigkeitshaushalt. Darüber sowie über die Bildung des hormonähnlichen Eiweißes Renin beeinflussen sie auch den Blutdruck. / © Getty Images/sasirin pamai
Die Wechselwirkung zwischen Bluthochdruck und Nierenerkrankungen beschreibt Professor Dr. Joachim Beige, KfH-Geschäftsleiter Medizin und Plfege wie folgt: »Bluthochdruck kann sowohl Auslöser als auch Folge einer Nierenerkrankung sein.« Zum einen fördere ein dauerhaft erhöhter Blutdruck die Ausbildung und das Fortschreiten einer chronischen Nierenerkrankung. Zum anderen könne eine Nierenerkrankung dazu führen, dass wichtige Regulationsmechanismen für den Blutdruck gestört werden, was wiederum Hypertonie begünstigt.
Daher die Empfehlung: »Gerade weil Bluthochdruck nicht weh tut, trotzdem aber Schäden verursacht, sollten Patientinnen und Patienten die regelmäßigen Check-up-Untersuchungen in der hausärztlichen Praxis wahrnehmen«, rät Dr. Ruth Braun, ärztliche Leiterin des hausärztlich tätigen MVZ KfH-Gesundheitszentrums Lohr. Die Diagnose Hypertonie sei oft ein Zufallsbefund.
Sind erhöhte Blutdruckwerte erkannt, gilt es, diese wieder in den Normbereich zu bringen, nicht zuletzt um die Nieren zu schützen. Neben Lebensstilmaßnahmen, die allein schon sehr effektiv sein können, gibt es verschiedene medikamentöse antihypertensive Therapieoptionen. Die Behandlung verstehe er als Gemeinschaftsaufgabe von Patienten, Hausärzten sowie Fachärzten für Nieren- und Hochdruckerkrankungen sein, betonte Beige.
»Bei Blutdruckwerten, die trotz einer geeigneten Therapie zu hoch bleiben oder zu extremen Schwankungen führen, kommen dann die Fachärztinnen und Fachärzte für Nieren- und Hochdruckerkrankungen ins Spiel«, so Beige, etwa in den nephrologischen Sprechstunden der bundesweit ansässigen KfH-Zentren.
Das KfH bietet auch einen Patientenratgeber zum Thema an: »Bluthochdruck erkennen. Nieren schützen.«