| Katja Egermeier |
| 28.08.2026 10:00 Uhr |
Eine Sepsis erkennt man entgegen der landläufigen Meinung nicht an einem roten Strich unter der Haut. Die Symptome zeigen sich eher unspezifisch etwa als Schwindel und Verwirrtheit in Zusammenhang mit einem starken Krankheitsgefühl. / © Adobe Stock/Andres Mejia (generiert mit KI)
Eine Sepsis wird umgangssprachlich häufig als »Blutvergiftung« bezeichnet. Wie gefährlich diese ist, zeigen Schätzungen der Sepsis-Stiftung: Ihr zufolge erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen pro Jahr an einer Sepsis, etwa 140.000 Betroffene sterben daran.
Eine Blutvergiftung kann sich laut Sepsis-Stiftung aus einer zunächst harmlos erscheinenden Infektion jeder Art entwickeln:
Während unser Immunsystem die Infektion im Normalfall direkt am Entzündungsherd eindämmt, gerät die Immunreaktion unseres Körpers bei einer Sepsis außer Kontrolle. Diese überschießende Abwehrreaktion des Körpers kann Gewebe und Organe schädigen und unbehandelt zu Organversagen und zum Tod führen.
Eine Sepsis rechtzeitig zu diagnostizieren, ist also überlebenswichtig – aber nicht immer einfach. Die Beschwerden sind häufig unspezifisch und können auch bei anderen Erkrankungen auftreten. Um tödliche Verläufe und schwere Langzeitfolgen zu verhindern, muss jedoch schnell medizinische Hilfe geholt werden.
Diese Warnzeichen sollten daher ernst genommen werden und zu einer raschen ärztlichen Abklärung über den ärztlichen Bereitschaftsdienst (116 117) führen:
Tritt zusätzlich eines der folgenden Symptome auf, ist eine Sepsis laut Sepsis-Stiftung hochwahrscheinlich, und es sollte der Notruf (112) gewählt werden:
Bei Unsicherheit bietet die Sepsis-Stiftung auf ihrer Webseite einen erweiterten Sepsis-Check an, der eine interaktive Liste mit vertiefenden Fragen zu Symptomen und Vorerkrankungen enthält.
Wichtig ist: Eine Sepsis ist stets ein akuter, lebensbedrohlicher Notfall. Tritt also bei einer Infektion eines oder mehrere dieser Symptome auf, sollte niemals abgewartet, sondern sofort und auch schon bei Verdacht der Notruf oder der ärztliche Bereitschaftsdienst gewählt werden.
Wie schwer die Erkrankung verläuft, hängt unter anderem vom Alter, der Verfassung und der zugrunde liegenden Infektion ab. Selbst Überlebende können noch lange mit den Folgen einer Sepsis zu kämpfen haben.
Der berühmte »rote Strich« ist für sich genommen kein Zeichen für eine Sepsis. Er kann auf eine Entzündung der Lymphbahnen (Lymphangitis) hinweisen. Auch eine solche Infektion kann sich allerdings verschlimmern und zu einer Sepsis führen.
Entscheidend ist daher nicht der rote Streifen allein, sondern das gesamte Krankheitsbild. Treten zusätzlich ein starkes Krankheitsgefühl, Verwirrtheit, ein deutlich veränderter Puls oder andere Warnzeichen auf, ist eine rasche ärztliche Abklärung erforderlich.