PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Schmerzen im unteren Rücken
-
Aktiv gegen Ischias-Beschwerden

Ischias- und Iliosakralgelenkbeschwerden können sehr schmerzhaft sein und die Beweglichkeit im Alltag stark einschränken. Die Ursache liegt oft im Zusammenspiel vieler ungünstiger Faktoren. Aktive Bewegung kann Schmerzen lindern und Rückfällen vorbeugen.
AutorKontaktJudith Schmitz
Datum 28.05.2026  08:00 Uhr
Bewegung hilft auch bei ISG-Beschwerden

Bewegung hilft auch bei ISG-Beschwerden

Die beiden Iliosakralgelenke sind Beckengelenke, die Belastungen zwischen Becken, Wirbelsäule und Beinen verteilen. »Das ISG ist mit wenigen Millimetern nur sehr gering beweglich, es kann aber starke Beschwerden verursachen und den Alltag erheblich erschweren«, so Bartrow. Bis heute stritten sich Experten, was sich beim ISG in welche Richtung wie bewege und nicht immer seien die Diagnosen zutreffend.

So könne das ISG nicht einfach blockieren oder sich verschieben, es sei denn der Patient hatte einen schweren Unfall oder heftigen Sturz. Ursache für das Blockadegefühl sei vielmehr ein zu hoher Druck in den umliegenden Muskeln und Faszien. Dieser wirkt Bartrow zufolge auf die zahlreichen Nerven zwischen unterer Lendenwirbelsäule und Beckengelenken, sodass Schmerz hier schneller wahrgenommen werde als in anderen Regionen. Der ISG-Schmerz entsteht unter Belastung, oft einseitig und aus dem tiefer liegenden Gewebe. Beschwerden können ins Bein ausstrahlen. Unterer Rücken und Hüftgelenke sind bewegungssteif, teils kribbelt es in den Beinen.

Falsch sei es, ein Bücken oder Heben als Schuldigen für die ISG- oder Ischiasbeschwerden zu küren. Die letzte Aktion vor dem Schmerz sei höchstens der Tropfen, der das Fass zum Überlaufen bringt, so Bartrow. Das Wissen um die wahren Ursachen der Schmerzentstehung sei für viele ein »absoluter Gamechanger«. Dazu zählen unter anderem körperliche Faktoren wie wenig Bewegung, monotone Körperhaltung, geringe Muskelkraft und ein Ausdauer- und Mobilitätsdefizit, aber auch psychische Faktoren wie Stress, Termindruck, negative Emotionen, Streit, Ängste, Depressionen, Über- und Unterforderung, finanzielle Sorgen und Faktoren wie Übergewicht, Alterung, Verletzungen, Entzündungen oder Erkrankungen (Bluthochdruck, Diabetes, Allergien). Bartrows Rat: »Jeder sollte versuchen, diese Belastungen zu verringern und sich so bestmöglich vor einer erneuten Schmerzepisode schützen.«

Ausweichstrategien in der Bewegung zur Schmerzsenkung sind laut Bartrow im Akutfall legitim, egal ob bei ISG- oder Ischiasbeschwerden oder anderen Rückenschmerzen. Aber langfristig gilt: Je eher man wieder zu normalen Alltagsbewegungen zurückkehrt, desto schneller und nachhaltiger klingen die Beschwerden ab. Die Devise lautet »Bewegung mit Verstand« – sanft, angepasst an die individuelle Schmerzsituation. Es sollte weder eine zu lange Schonung sein noch eine Überbelastung durch zu intensive Aktivität in der akuten Schmerzphase.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa