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Antihistaminika – schnell lokal wirksam

Hasel-, Birke-, Erle- oder vielleicht schon ein paar Gräserpollen? Oder sind es die Katzen- und Hundehaare, die die Nase kitzeln? Die Auswahl an allergieauslösenden Stoffen ist groß. Gut, dass lokal wirkende Antihistaminika schnelle Linderung bringen können.
AutorKontaktCaroline Wendt
Datum 24.03.2026  08:00 Uhr

Typische Symptome

  • plötzliche Niesattacken
  • Fließschnupfen (Rhinitis)
  • verstopfte Nase
  • tränende, gerötete Augen (Konjunktivitis)
  • allgemeine Mattigkeit
  • Hinweis: bei bronchialen Symptomen ist ärztliche Abklärung erforderlich

Wirkprinzip

  • verdrängen Histamin kompetitiv am H1-Rezeptor
  • wirken als inverse Agonisten: Rezeptor wird in inaktiven Zustand versetzt
  • unterdrücken Juckreiz, Rötung, Schwellung und Sekretion
  • symptomlindernd, keine kausale Therapie
  • Mastzellstabilisierende Wirkung: Azelastin, Olopatadin und Ketotifen hemmen zusätzlich die Freisetzung von Entzündungsmediatoren aus aktivierten Mastzellen

Wann ist eine lokale Therapie sinnvoll?

  • akute, lokal begrenzte Symptome von Augen oder Nase
  • nasale Obstruktion wird durch topische Anwendung oft besser reduziert als mit oralen Antihistaminika
  • Hinweis: frühzeitige Anwendung für optimale Wirkung, damit noch nicht so viele Rezeptoren durch Histamin besetzt sind
  • durch lokale Applikation kaum systemische Nebenwirkungen

Anwendung

  • schneller Wirkeintritt: bei Azelastin und Levocabastin circa 15 Minuten; bei Ketotifen und Olopatadin (Augentropfen) circa drei Minuten
  • Wirkdauer: etwa 12 Stunden, meist zweimal tägliche Anwendung
  • während der Allergiesaison bei Bedarf anwenden, sobald Symptome auftreten

Nasenspray

  • Wirkstoffe: Azelastin (wie Allergodil® akut), Levocabastin (wie Livocab® direkt)
  • Anwendung: vor Gebrauch die Nase putzen, Kopf leicht nach vorne neigen und anderes Nasenloch zuhalten, beim Sprühen leicht einatmen
  • nach Gebrauch Pumpvorrichtung abwischen
  • Azelastin: bitterer Geschmack möglich, kann durch korrekte Kopfhaltung beim Sprühen vermindert werden
  • Levocabastin: Suspension vor Anwendung aufschütteln
  • Alternativ: Nasensprays mit Glucocorticoiden (etwa Beclometason, Mometasonfuroat, Fluticason) oder Cromoglicinsäure; in beiden Fällen Wirkeintritt verzögert (mehrere Stunden bis Tage)

Augentropfen

  • Wirkstoffe: Azelastin (wie Allergodil® akut, Pollival, Vividrin® Azelastin), Levocabastin (wie Livocab® direkt), Ketotifen (wie Allergo-Vision®, Zaditen® Ophtha), Olopatadin (Alltrevo®)
  • Anwendung: Tropfen in die Mitte des nach unten gezogenen Augenlids geben; danach vom inneren Augenwinkel leicht gegen den Nasenrücken drücken
  • Kontaktlinsen: vor Einträufeln entfernen, circa 10 Minuten warten; besser während akuter Konjunktivitis auf Linsen verzichten
  • Azelastin: kann weiche Kontaktlinsen verfärben
  • Levocabastin: Suspension vor Anwendung aufschütteln
  • Alternativ: Cromoglicinsäure (siehe oben)

Nicht medikamentöse Maßnahmen

  • Nasendusche
  • Allergenkarenz
  • bei Pollenallergie: kurzes gezieltes Stoßlüften; morgens meist hohe Pollenbelastung, besser am späten Vormittag oder nach Regen lüften; vor dem Schlafengehen Haare waschen, am Tag getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer hängen lassen

Abgrenzung zur Erkältung

  • Ist eine Allergie bekannt?
  • Haben die Symptome stark und unvermittelt eingesetzt?
  • Fehlen typische Erkältungszeichen wie Hals- oder Kopfschmerzen?
  • Nehmen die Beschwerden in bestimmten Situationen – etwa beim Aufenthalt im Freien – zu?
  • Ist das Nasensekret überwiegend klar und wässrig? (Hinweis: zu Beginn eines Infekts oder bei Reizstoffen ebenfalls möglich)

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