PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Lynch-Syndrom
-
ASS kann Darmkrebsrisiko senken

Menschen mit Lynch-Syndrom haben ein deutlich erhöhtes Risiko, an Darmkrebs und weiteren Krebsarten zu erkranken. Die Einnahme von Acetylsalicylsäure (ASS) kann nachweislich das Darmkrebsrisiko senken. Die Präventionsmaßnahme wird jedoch von Betroffenen nur unzureichend genutzt.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 05.11.2026  12:00 Uhr

Studien belegen die Wirksamkeit von ASS zur Darmkrebsprävention bei Lynch-Syndrom. In der Patientenversorgung wird die Erkenntnis noch nicht ausreichend genutzt, wie eine Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn, des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) in Bonn und der Selbsthilfeorganisation SemiColon zeigt. Bei der Befragung von 539 Menschen mit Lynch-Syndrom aus Deutschland gaben rund 97 Prozent der Befragten an, zwar spezielle Vorsorgeempfehlungen zur Darmkrebsprävention zu kennen und auch an den regelmäßigen Darmspiegelungen teilzunehmen. Doch nur 6,9 Prozent der Befragten nutzten ASS ausdrücklich zur Krebsprävention.

Die CaPP2-Studie hatte gezeigt, dass täglich 600 mg ASS  bei Menschen mit Lynch-Syndrom das aufgrund der erblichen Veranlagung erhöhte Darmkrebsrisiko deutlich reduzieren können. In der folgenden CaPP3-Studie hatte auch eine niedrigere Dosis von täglich 100 mg ASS einen ähnlichen krebspräventiven Effekt bei weniger Nebenwirkungen wie Blutungskomplikationen. »Künftige Untersuchungen müssen zeigen, ob die neuen Erkenntnisse zur niedrigeren Dosierung dazu beitragen, dass Acetylsalicylsäure häufiger zur Krebsprävention eingesetzt wird«, sagt Dr. Robert Hüneburg, Oberarzt am UKB.

Mehr von Avoxa