| Barbara Döring |
| 05.11.2026 12:00 Uhr |
Bei einer erblichen Veranlagung für Darmkrebs kann die tägliche Einnahme von niedrig dosierter Acetylsalicylsäure präventiv wirken. / © Getty Images/pepifoto
Studien belegen die Wirksamkeit von ASS zur Darmkrebsprävention bei Lynch-Syndrom. In der Patientenversorgung wird die Erkenntnis noch nicht ausreichend genutzt, wie eine Studie des Universitätsklinikums Bonn (UKB), der Universität Bonn, des Centrums für Integrierte Onkologie (CIO) in Bonn und der Selbsthilfeorganisation SemiColon zeigt. Bei der Befragung von 539 Menschen mit Lynch-Syndrom aus Deutschland gaben rund 97 Prozent der Befragten an, zwar spezielle Vorsorgeempfehlungen zur Darmkrebsprävention zu kennen und auch an den regelmäßigen Darmspiegelungen teilzunehmen. Doch nur 6,9 Prozent der Befragten nutzten ASS ausdrücklich zur Krebsprävention.
Die CaPP2-Studie hatte gezeigt, dass täglich 600 mg ASS bei Menschen mit Lynch-Syndrom das aufgrund der erblichen Veranlagung erhöhte Darmkrebsrisiko deutlich reduzieren können. In der folgenden CaPP3-Studie hatte auch eine niedrigere Dosis von täglich 100 mg ASS einen ähnlichen krebspräventiven Effekt bei weniger Nebenwirkungen wie Blutungskomplikationen. »Künftige Untersuchungen müssen zeigen, ob die neuen Erkenntnisse zur niedrigeren Dosierung dazu beitragen, dass Acetylsalicylsäure häufiger zur Krebsprävention eingesetzt wird«, sagt Dr. Robert Hüneburg, Oberarzt am UKB.