| Barbara Döring |
| 03.11.2026 12:00 Uhr |
Grippeschutz ist gleichzeitig auch ein Schutz vor Sepsis, die als Komplikation bei der Infektion auftreten kann. / © Adobe Stock/Jelena Stanojkovic
Viele Menschen setzen die Grippe mit einem grippalen Infekt gleich und unterschätzen damit die Gefährlichkeit einer Grippeinfektion. Dass die Prozesse der Immunabwehr während der Infektion das eigene Gewebe und die Organe schädigen können und diese Sepsis zu einem Multiorganversagen führen kann, ist wenig bekannt. »Eine schwere Influenza bleibt nicht auf eine primäre Infektion der Atemwege beschränkt, sondern kann durch das Eindringen von Viren in die Blutbahn zu einer viralen Sepsis führen«, erläutert Professor Dr. Konrad Reinhart, Gründungspräsident der Sepsis-Stiftung.
Die in Deutschland im internationalen Vergleich viel zu niedrigen Impfraten gegen Grippe und Pneumokokken tragen zur erhöhten Sepsissterblichkeit in Deutschland bei, mahnt der Intensivmediziner. Jährlich sterben hierzulande etwa 140.000 Menschen an Sepsis. Überlebende leiden unter teils schweren Langzeitfolgen. Die Grippeimpfung senkt das Risiko einer Influenza und schwerer Verläufe und sei damit ein wichtiger Teil der Sepsisprävention, so Reinhart. Wem die Ständige Impfkommission zur Pneumokokken-Impfung rät, sollte diese ebenfalls wahrnehmen.