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Darmmikrobiom
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Auf die Vielfalt kommt es an

Ein gesundes Mikrobiom im Darm spielt eine wesentliche Rolle für die Gesundheit. Doch wie es sich im Idealfall zusammensetzt und ob es sich gezielt beeinflussen lässt, ist weitgehend unklar. Bezüglich der Ernährung hält die Wissenschaft zumindest schon einige nützliche Hinweise parat.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 08.09.2025  08:00 Uhr

Hochverarbeitetes ungünstig

Im späteren Leben gibt es weitere Faktoren, die zur Vielfalt der Darmgemeinschaft beitragen. Bekannt ist, dass vor allem eine ballaststoffreiche Ernährung einen günstigen Einfluss hat. Dagegen können Stress, Rauchen, mangelnde körperliche Bewegung und eine übertriebene Hygiene mit unnötigem Desinfizieren die Vielfalt beeinträchtigen. Als unbestritten gilt der negative Einfluss einer unausgewogenen Ernährung mit hochverarbeiteten Nahrungsmitteln und Alkohol.

Vor allem, wenn Ballaststoffe in der Ernährung zu kurz kommen, scheint das die Darmbakterien aus dem Lot zu bringen. Genauer gesagt, sind es vor allem die löslichen Ballaststoffe, die man als Leibspeise der günstigen Darmbakterien bezeichnen könnte. Sie werden auch Präbiotika genannt, da sie die gesunden Darmbakterien ernähren. Lösliche Ballaststoffe haben zwar eine deutlich geringere Quellfähigkeit und tragen weniger zur Darmmotilität bei als unlösliche Ballaststoffe. Dafür werden sie stärker von den Darmbakterien verstoffwechselt.

Studien zeigen, dass die unverdaulichen Nahrungsbestandteile mitentscheiden, welche Metabolite wie Vitamine oder kurzkettige Fettsäuren wie Butyrat, Propionat oder Acetat die Darmbakterien produzieren. Eine Studie des Luxembourg Institute of Health konnte nachweisen, dass bei Nagern ein Mangel an Ballaststoffen dazu führt, dass die Darmbakterien deutlich weniger B-Vitamine produzierten.

Dass ein Vitamin-B-Mangel auf Dauer Folgen hat, ist bekannt. Der Rolle der kurzkettigen Fettsäuren für die Gesundheit sind Wissenschaftler dagegen erst seit Kurzem auf der Spur. SCFA haben sich inzwischen als echte Multitalente entpuppt: Sie senken den pH-Wert im Darm und erhöhen so die Löslichkeit bestimmter Mineralstoffe sowie die Absorption von Calcium, Magnesium, Natrium und Phosphor. Gleichzeitig dienen sie der Darmschleimhaut als Energiequelle und helfen so, die Schleimhautbarriere intakt zu halten. Ein Mangel an kurzkettigen Fettsäuren wird mit der Entstehung eines »leaky gut« – einer durchlässigen Darmbarriere – in Verbindung gebracht. Schließlich mischen SCFA beim Fett- und Zuckerhaushalt mit und spielen bei immunologischen Prozessen eine Rolle, indem sie regulatorische T-Zellen aktivieren.

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