Bei Patienten mit rheumatoider Arthritis ist darauf zu achten, dass sie eine passende Arzneiform erhalten und die richtige Anwendung kennen. (Symbolbild) / © Getty Images/Rapid Eye Media CC
Methotrexat (MTX) ist ein Zytostatikum und zugleich aufgrund seiner immunsuppressiven Wirkung ein wichtiges Basismedikament zur Behandlung der rheumatoiden Arthritis (RA). Dabei macht die Dosis den Unterschied: Während in der Krebstherapie abhängig von der Körperoberfläche dosiert wird und hohe Dosen von mehr als 1000 mg pro m2 möglich sind, erhalten Rheumapatienten in der Regel einmal wöchentlich 15 bis 20 mg, entweder als Tabletten, Lösung zum Einnehmen oder Fertigspritzen beziehungsweise Pens zur subkutanen Injektion.
Da es für Patientinnen und Patienten oft ungewohnt ist, Tabletten nicht täglich, sondern wöchentlich einzunehmen, sollte im Beratungsgespräch direkt ein Wochentag zur Einnahme festgelegt und auf der Packung notiert werden. Die falsche tägliche Einnahme kann schwerwiegende Folgen haben bis hin zum Tod. Zu den dosisbegrenzenden Nebenwirkungen zählen unter anderem die Unterdrückung der Knochenmarkfunktion (Myelosuppression) und Entzündungen der Schleimhäute (Mukositis).
Wichtig ist es, den Patienten zu erklären, dass die Wirkung von MTX verzögert eintritt, bei RA in der Regel erst nach vier bis acht Wochen. Aus diesem Grund kombinieren Ärztinnen und Ärzte die Therapie anfangs oft mit einem Corticoid wie Prednisolon und gegebenenfalls Schmerzmitteln, die der Patient in der Regel täglich einnimmt. Das darf Patienten nicht dazu verleiten, die Dosis oder Einnahmehäufigkeit von MTX ohne Anweisung des Arztes zu erhöhen.
Der Patient sollte die Tabletten am besten abends unzerkaut mit reichlich Flüssigkeit vor dem Essen einnehmen und nicht zusammen mit Milch oder Milchprodukten. Alkohol ist während der Therapie zu vermeiden, ebenso wie der übermäßige Verzehr koffeinhaltiger Getränke. Patienten dürfen die Tabletten zudem nicht teilen oder im Mörser pulverisieren, da dabei giftige Stäube entstehen können. MTX kann die Haut empfindlicher für Sonnenstrahlung machen, daher ist ein Hinweis auf ausreichenden Sonnenschutz essenziell.
Ein Mangel an Folsäure kann die Toxizität von MTX erhöhen, was sich unter anderem durch Erbrechen, Übelkeit, Stomatitis, Haarausfall oder Anstieg der Leberenzyme äußern kann. Zur Vorbeugung dieser Nebenwirkungen wird – nach ärztlicher Anweisung – Folsäure supplementiert, in der Regel in einer wöchentlichen Dosis von 5 bis 10 mg und 24 bis 48 Stunden nach der MTX-Zufuhr. Vor Beginn der Supplementation sollte der Vitamin-B12-Spiegel geprüft werden, da die Folatgabe einen Mangel maskieren kann.