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Von Kleidung bis Repellents
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Wie man Kinder vor Insektenstichen schützt

Immer mehr invasive Mückenarten und eine steigende Verbreitung von Zecken als Krankheitsüberträger machen in der Apotheke eine umfassende Beratung zum Schutz vor Insekten zunehmend wertvoller – auch für Babys und Kleinkinder. 
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 03.06.2026  08:00 Uhr
Wie man Kinder vor Insektenstichen schützt

»Ich bin mit Stichen übersät«, klagt der eine Mensch. »Komisch, ich habe keinen einzigen«, sagt der andere. Und das, obwohl sie in derselben Wohnung mit denselben ungeliebten stechenden Gästen leben. Wie kann das sein? Laut »National Institutes of Health« haben Stechmücken eindeutig Lieblingsmenschen: Etwa 20 Prozent der Bevölkerung werden von den lästigen Insekten bevorzugt gestochen. Und das aus mehreren Gründen.

Zum einen mögen die Blutsauger CO2 der Atemluft, und davon verströmen größere Menschen, Schwangere und gerade sportlich aktive mehr als alle anderen. Zum anderen entscheidet der individuelle Menschenduft über die Attraktivität als Opfer. Bevorzugt werden jene, die mehr Carbonsäuren über die Haut absondern, die eher oder gerade akut schwitzen, deren Bakterienflora auf der Haut auf Stechmücken besonders anziehend wirkt und die mehr Wärme abstrahlen.

Doch auch diejenigen, die sich glücklich schätzen, weil sie Mücken nicht anziehen, brauchen Schutz. Denn mit Pech reicht ein Stich aus, um einen Menschen krank zu machen. Und fehlt ein Stechmückenmagnet-Mensch in der Nähe, zeigen sich die Sauger nicht mehr wählerisch und »überfallen« die weniger attraktiven. 

Das beginnt leider auch schon bei den Kleinsten. Hier haben die Blutsauger leichtes Spiel, denn die Haut von Babys und Kleinkindern ist dünner als die Erwachsener, besitzt weniger schützende Talgschichten und Babys und Kleinkinder strahlen viel Wärme ab, die ihr sehr aktiver Stoffwechsel erzeugt. Außerdem halten sich Kinder gerne dort auf, wo sich bevorzugt auch Stechmücken tummeln, im Gras, an Pfützen und Bächen. Wie kann man die Wehrlosesten am besten schützen?

Balance halten

Zunächst ist Kleidung ein sinnvoller Weg. Sie versperrt Stechmücken den direkten Weg in die Haut. Bei Babys und Kleinkindern müssen Eltern dabei die Balance finden aus ausreichend Schutz und nicht zu viel Hitze, denn je jünger, umso schlechter gelingt die Wärmeregulation. Babys und Kleinkinder können noch nicht adäquat zur Außentemperatur Schweiß produzieren, sie haben ein ungünstiges Verhältnis von Körperoberfläche zu Volumen und sie spüren schlechter, wenn sie Durst haben oder sich ausruhen müssen.

Wenn Kleidung also an Hitzetagen zwar eine Möglichkeit zum Schutz vor Stechmücken ist, aber Schutzlücken lässt, was hilft dann? Nach Untersuchungen der »Stiftung Warentest« im vergangenen Jahr schneiden Präparate am besten ab, die DEET oder Icaridin enthalten. So wurde »AntiBrumm® Forte (30 %)« mit dem Wirkstoff DEET zum Testsieger, gefolgt von »Mosquito Protect®« und »Autan® Multi Insect«, die beide den Wirkstoff Icaridin enthalten. Was aus diesen Wirkstoffgruppen eignet sich bereits für Babys und Kinder? Für Babys unter sechs Monaten existiert kein chemisches oder pflanzliches Präparat, das ohne Einschränkung als sicher gilt.

DEET ist zwar der Goldstandard für Tropenreisen, wird jedoch in Deutschland in einer Konzentration von maximal 30 Prozent generell erst für Kinder ab drei Jahren empfohlen. In dieser Menge bietet es Schutz über mehrere Stunden. Eine Ausnahme für diese Altersbeschränkung gilt für Reisen in die Tropen: Laut Weltgesundheitsorganisation WHO überwiegt in Malaria-Hochrisikogebieten der Nutzen das Risiko. Deshalb ist dort DEET in geringer Konzentration ab dem zweiten Lebensmonat erlaubt. DEET in einer Konzentration von 40 Prozent darf ab 6 Jahren Anwendung finden, bei 50 Prozent [(zum Beispiel in Care Plus® Anti-Insect DEET (50 %) oder in  Nobite® Hautspray (50 %)] dürfen es ausschließlich Erwachsene verwenden.

Der Wirkstoff wird bei Babys und Kleinkindern/Kindern deshalb kritisch betrachtet, weil die erhöhte Hautdurchlässigkeit in diesen jungen Jahren eine vermehrte Aufnahme des Wirkstoffs ins Blut bedingen kann. Zudem gelangt DEET leichter in Kinderkörper, weil die Kleinen oft die Hände in den Mund stecken oder sich die Augen reiben. Sind die Hände zuvor mit dem Wirkstoff in Kontakt gekommen, kann das die Schleimhäute reizen. Nicht zuletzt gibt es Hinweise auf seltene, aber schwere neurotoxische Nebenwirkungen. Wichtig: Kinder unter zwölf Jahren sollten nur in einer geringen täglichen Frequenz mit einem DEET-Präparat eingerieben werden und es gilt – wie auch bei Erwachsenen: nie große Hautflächen damit behandeln, sondern immer nur von Kleidung nicht bedeckte Haut.  

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