Beliebte Heilpflanzen im Überblick |
Arzneipflanzen gehören zur Expertise von PTA und Apothekern. / Foto: Adobe Stock/chamillew
Heilpflanzen werden oft als Alternative zu »chemischen« Medikamenten angesehen. Tatsache ist, dass die Wirkweise aller Arzneimittel, auch der pflanzlichen, auf chemischen Prozessen beruht. Heilpflanzen sind deshalb auch nicht generell harmlos oder sanft, wie die Apothekerkammer Niedersachsen betont. Beispielsweise müssen Allergiker und Allergikerinnen aufpassen. Menschen mit einer Allergie gegen Korbblütler sollten zum Beispiel von der Kamille Abstand nehmen. Dennoch gehört die Kamille wohl zu den am meisten geschätzten Heilpflanzen. Im Folgenden ein Überblick über beliebte Pflanzen.
Der Weinstock, aus dessen Fruchtsaft Rotwein hergestellt wird, enthält vielseitige Stoffe in allen Pflanzenteilen. Traditionell verwendet man die getrockneten roten Laubblätter als Tee oder Extrakte bei chronisch venöser Insuffizienz (CVI). Dieses Venenleiden äußert sich durch schwere Beine, Schwellungen und Krampfadern. Aber auch Juckreiz, Krämpfe und Spannungsgefühl können auftreten. Für die Anwendung bei Schwangeren und Stillenden liegen noch nicht genügend Daten vor, daher sind Weinreben-Präparate für diese Patientengruppen als ungeeignet anzusehen. Die rote Weinrebe wurde vom NHV Theophrastus, einem Verein für eine natürlich-gesunde Lebensweise, zur Heilpflanze des Jahres 2023 gekürt.
Thymian kennen viele als Gewürz für Fleischgerichte, aber das Kraut kann mehr. Die innerliche Anwendung mit einem frisch zubereiteten Thymiantee hilft bei Bronchitis, Keuchhusten und anderen Infektionen der oberen Luftwege. Thymianfluidextrakt auf die Mundschleimhaut aufgetragen bekämpft Entzündungen im Mund und auch Mundgeruch. Thymian wird von den meisten Menschen gut vertragen und Wechselwirkungen mit anderen Arzneimitteln sind nicht bekannt.
Salbei ist ein ausgesprochen vielseitiges Kraut. Ein Tee aus Salbeiblättern lindert Verdauungsbeschwerden wie Schmerzen, Völlegefühl, Sodbrennen und Übelkeit. Außerdem hilft er gegen übermäßiges Schwitzen. Bei Infektionen in Mund- und Rachenraum empfiehlt sich das Gurgeln mit Salbei. Dazu reichen wenige Tropfen eines alkoholischen Auszugs oder des ätherischen Salbeiöls auf ein Glas Wasser. Beliebt sind auch Hustenbonbons mit Salbei. Eine Zahnfleischentzündung kann man bekämpfen, indem man eine Salbei-Tinktur unverdünnt aufträgt. Der echte Salbei wurde vom interdisziplinären Studienkreis Entwicklungsgeschichte der Arzneipflanzenkunde an der Universität Würzburg zur Arzneipflanze des Jahres 2023 ernannt.