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Pilzvergiftung
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Warum schnelles Handeln Leben retten kann

Mit dem September startet auch die Hauptsaison für Pilzsammler. Bei feuchtem, nicht zu warmem Wetter sprießen diese Lebewesen, die – nicht Tier, nicht Pflanze – unseren Speiseplan sehr bereichern. Doch wer sich selbst zum Sammeln aufmacht, brauche Umsicht und Pilzwissen, warnt die Deutsche Leberstiftung. Denn manche Pilze sind giftig – und eine Pilzvergiftung kann im schlimmsten Fall tödlich enden.
AutorKontaktKatja Egermeier
Datum 14.09.2026  14:00 Uhr
Der Verzehr schon eines einzelnen grünen Knollenblätterpilzes kann tödlich enden. / Foto: Geetty Images/adrianam13
Verwechslungen finden häufig zwischen Wiesen- oder Feldchampignons und Knollenblätterpilzen statt. / Foto: Adobe Stock/fedsax
Ein echter und Falscher Pfifferling im Vergleich. Der Falsche Pfifferling ist mehr orange als der gelbe echte Pfifferling und hat einen hohlen Stiel. / Foto: Getty Images/Koldunov
Steinpilze sind begehrte Speisepilze, die auch roh genossen werden können. / Foto: Getty Images/Ivan Marjanovic
Der ungenießbare Zwilling des Steinpilzes ist der Gallenröhrling. Er ist nicht tödlich giftig, jedoch bitter und verdirbt so jedes Pilzgericht. / Foto: Getty Images/tomasztc

Viele Speisepilze haben nicht nur ungenießbare, sondern teils auch tödlich giftige Doppelgänger, wie die Leberstiftung auf ihrer Website erklärt. Dazu gehört beispielsweise der Knollenblätterpilz. Er gilt als einer der giftigsten Pilze Europas und ist für die meisten tödlichen Pilzvergiftungen verantwortlich. Schon ein einzelner verspeister grüner Knollenblätterpilz – leicht mit dem sehr bekömmlichen Wiesen-Champignon zu verwechseln –, kann aufgrund der enthaltenen Amatoxine (vor allem α-Amanitin) tödlich giftig sein.

Besonders gefährlich macht diesen Pilz laut Leberstiftung, dass in den ersten Stunden nach dem Verzehr häufig keine Beschwerden auftreten. Die Wirkung des Gifts zeige sich erst etwa sechs bis 20 Stunden nach dem Verzehr. Dazu zählen Übelkeit, Erbrechen, krampfartigen Bauchschmerzen und Durchfall. Zu diesem Zeitpunkt kann sich das Gift bereits im Körper verteilt haben. Im weiteren Verlauf drohen schwere Leberschäden und ein Leber- und Nierenversagen. Im schlimmsten Fall kann eine Lebertransplantation notwendig werden.

Bei Verdacht auf Pilzvergiftug sofort handeln

Eine frühe Diagnose und der unverzügliche Beginn einer Behandlung sind bei einer Pilzvergiftung besonders wichtig. Welche Behandlung erforderlich ist und wie die Erkrankung verläuft, hänge jedoch unter anderem von der Art und Menge des aufgenommenen Giftes ab, so die Leberstiftung. Bei einem günstigen Verlauf könnten die Symptome nach sieben bis zehn Tagen vollständig zurückgehen.

Zu den typischen Symptomen einer Pilzvergiftung zählen unter anderem:

  • Übelkeit
  • Erbrechen
  • Durchfall
  • Schweißausbrüche
  • Benommenheit

»Bei Verdacht auf eine Pilzvergiftung sollte umgehend ein Giftinformationszentrum kontaktiert, der Notarzt gerufen oder das nächste Krankenhaus aufgesucht werden. Zur Unterstützung der Diagnose sollten Pilzreste, Speisereste oder Erbrochenes möglichst aufbewahrt und dem medizinischen Personal übergeben werden«, rät Professor Dr. Markus Cornberg, Medizinischer Geschäftsführer der Deutschen Leberstiftung.

So lasse sich die Art der Vergiftung schneller bestimmen und die gezielte Behandlung einleiten. Auch sollten umgehend alle Personen informiert werden, die von derselben Pilzmahlzeit gegessen haben. Ein weiterer wichtiger Rat des Experten lautet, keine vermeintlichen Hausmittel anzuwenden, etwa Milch zu trinken oder Erbrechen auszulösen. »Milch kann die Aufnahme bestimmter Giftstoffe sogar begünstigen und die Situation verschlimmern.«

essbar giftig/ungenießbar
Wiesenchampignon
• weißer, kugeliger Hut, bei älteren Pilzen flach
• Lamellen rosa, später dunkelbraun
• nussiger Geschmack
grüner Knollenblätterpilz
• grünliche Kappe
• Lamellen immer weiß
• tödlich!
Stockschwämmchen
• gelb-brauner Hut
• dunkler Stiel
• wachsen buschig an Bäumen
• duften pilzig
• schmecken würzig, pilzig
Gifthäubling
• gelb-brauner Hut
• wächst an Bäumen (wie Stockschwämmchen)
• riecht muffig-mehlig
• tödlich!
Pfifferling
• kleiner gelber Trichter mit Lamellen
• wächst in Laub- und Nadelwäldern
• pfeffriger Geschmack
• dezenter Duft nach Aprikose
Falscher Pfifferling
• kleiner Trichter mit Lamellen, mehr orange
• Lamellen dunkler als Hut
• hohler Stiel
• wächst in Laub- und Nadelwäldern (wie Pfifferling)
• ungenießbar, führt zu Verdauungsstörungen, nicht tödlich
Perlpilz
• bräunlicher Hut mit Flocken
• wächst in Laub- und Nadelwäldern
• Lamellen und Fleisch können sich bei Druck rötlich färben
• herber, leicht säuerlicher Geschmack
• nur gekocht essbar, roh ungenießbar


Parasolpilz, Riesenschirmling
• bräunlicher Hut mit Schuppen
• bis zu 50 cm hoch
• hohler Stiel, in Knolle mündend
• lederartiger Ring unter dem Hut, der verschoben werden kann
• duftet angenehm nussig
• nur gekocht genießbar
Pantherpilz
• bräunlicher Hut mit weißen Flocken und weißem Stiel
• wächst in Laub- und Nadelwäldern (wie Perlpilz)
• Lamellen und Fleisch bleiben bei Druck weiß
• Ring unter dem Hut, der nicht verschoben werden kann
• verursacht Magenbeschwerden
• kann tödlich sein
Steinpilz
• braune Kappe
• dicker Stiel
• verfärbt sich auf der Unterseite des Schirms grünlich
• schmeckt nussig, auch roh genießbar
Gallenröhrling (bitter)
• braune Kappe (wie Steinpilz)
• dicker Stiel (wie Steinpilz)
• verfärbt sich auf der Unterseite des Schirms rosa
• schmeckt bitter und ungenießbar
• nicht tödlich, verdirbt jedoch das Gericht
 Speisepilze und ihre giftigen Doppelgänger

(aktualisierter Archivartikel, im Orignial erschienen am 9.9.2021)

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