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Das Mikrobiom der Kleinen
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Beste Bedingungen von Anfang an

Eine möglichst breit aufgestellte und gut ausbalancierte Darmflora spielt für unsere Gesundheit eine entscheidende Rolle. Umso wichtiger ist es, dass der Darm von Neugeborenen mit Mikroorganismen besiedelt wird, die ihnen guttun. Welche Faktoren fördern ein ausgewogenes Darmmikrobiom?
AutorKontaktElke Wolf
Datum 23.04.2026  08:00 Uhr

Nichts geht übers Stillen

Stillen ist die beste Methode, mit der die Mutter ihr Kleines ernähren kann. Stillen fördert ein gesundes durch Bifidobakterien geprägtes Darmmikrobiom. Muttermilch ist für die Ausbildung einer gesunden Darmflora so bedeutend, dass eine ausschließliche Ernährung damit in den ersten Monaten sogar die anfänglichen Verzögerungen in der Entwicklung der Mikrobiota bei Kaiserschnittkindern weitestgehend ausgleichen kann.

Gestillte Säuglinge sind gesünder. »Ausschließliches Stillen in den ersten vier bis sechs Monaten reduziert die Anzahl von Infektionen im Säuglingsalter um 40 bis 70 Prozent«, so das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR). Die neue Leitlinie empfiehlt gar, ein halbes Jahr voll zu stillen und dann erst Beikost einzuführen.

Muttermilch ist eine komplexe Mixtur aus Nährstoffen, Hormonen, Wachstumsfaktoren, Immunglobulinen, Enzymen sowie Prä- und Probiotika. Davon profitiert Babys Immunsystem. Zum Beispiel fördern die Humanen Milch-Oligosaccharide (HMO) – diese Präbiotika sind nach Laktose und Fett der drittgrößte Bestandteil von Muttermilch – das Wachstum nützlicher Darmbakterien. Für den Säugling sind diese Mehrfachzucker per se unverdaulich, sie dienen aber den guten Darmbewohnern als Nahrung – wobei kurzkettige Fettsäuren entstehen. Acetat, Propionat und Butyrat gelten als die wichtigsten, um die Darmbarriere zu stärken.

Auch das in der Muttermilch enthaltene Immunglobulin A kleidet die Darmwand aus und schützt das Neugeborene vor Infektionen. Leukozyten schützen dagegen das Kind im konkreten Krankheitsfall, indem ihre Konzentration in der Muttermilch steigt, wenn Mutter oder Baby erkrankt sind. Darin enthaltene Zytokine wirken zudem entzündungshemmend und verringern vermutlich beim Säugling die Schwere von Infektionen.

Ihre Zusammensetzung ändert sich ständig und ist so genau auf die Bedürfnisse des Säuglings abgestimmt.

Muttermilch verändert sich sowohl im Verlauf der Stillzeit als auch während einer Stillmahlzeit in ihrer Zusammensetzung. Besonders hoch konzentriert sind Antikörper, weiße Blutkörperchen, Vitamine und Mineralstoffe sowie Proteine in der ersten Milch, dem Kolostrum. »Während die Mutter Wehen hat, wandern etwa Bifidobakterien und Laktobazillen in die Brustdrüse und werden dann beim ersten Stillen an das Kind weitergegeben“, weiß Axt-Gadermann. Das Kolostrum wirke wie ein »Immun-Shot« – auch wenn nach der Gabe des Kolostrums nicht weiter gestillt werde.

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