| Verena Schmidt |
| 24.02.2026 08:00 Uhr |
Bei Kleinkindern ist die Studienlage zur Schmerzlinderung bei Nadelstichen nicht so eindeutig. Schmerz- und Stressreaktionen lassen sich bei ihnen oft nicht klar voneinander trennen. Kleinkinder weinen häufig schon vor dem Piks, und auch bei nicht schmerzhaften Verfahren zeigen sie hohe Stresslevel. Gründe hierfür können etwa die ungewohnte Umgebung, fremde Menschen und auch eine liegende Position sein.
Daher wird empfohlen, dass die Eltern das Kleinkind möglichst aufrecht und sicher im Arm halten. Eine altersgerechte Ablenkung – etwa durch kurze Videos – kann ebenso helfen wie die Anwendung eines topischen Anästhetikums. Auch möglich: Die Gabe einer süßen Lösung. Wird das Kind noch gestillt, kann auch während des Eingriffs die Brust oder die Flasche beruhigend wirken. Die reine Ablenkung durch Spielzeug oder Eltern zeigte dagegen in Studien keinen verlässlichen Effekt.
Die topische Anästhesie, etwa mit einer Creme oder einem Pflaster mit Lidocain und Prilocain (zum Beispiel Emla®, Anesderm®), ist bereits Teil nationaler und internationaler Empfehlungen zur Schmerzreduktion während Nadelstich-Prozeduren bei Säuglingen und Kleinkindern. Wichtiger Hinweise zur Anwendung: Das Anästhetikum sollte 30 bis 60 Minuten auf der Haut einwirken, um die maximale lokalbetäubende Wirkung zu erzielen.