2009 wurden in Stockholm zwölf laborbestätigte und sechs wahrscheinliche Erkrankungen registriert. Als mutmaßliches Vehikel galten aus Guatemala importierte Zuckererbsen. / © Getty Images/bhofack2
Nach Angaben der US-Seuchenschutzbehörde CDC wurden in den USA zwischen dem 1. Mai und dem 10. Juli 2026 bereits 843 laborbestätigte, innerhalb der USA erworbene Fälle von Cyclosporiasis gemeldet. Die Erkrankten waren zwischen fünf und 88 Jahre alt, 86 von ihnen mussten stationär behandelt werden. Todesfälle wurden bislang nicht registriert.
Die CDC geht jedoch von einer Meldeverzögerung von ungefähr sechs Wochen aus. Derzeit prüft die Behörde mehr als 1500 weitere Meldungen, bei denen noch geklärt werden muss, ob es sich um bestätigte und tatsächlich innerhalb der USA erworbene Infektionen handelt. Eine gemeinsame Infektionsquelle ist noch nicht identifiziert. Die CDC weist ausdrücklich darauf hin, dass ein Teil der Fälle bislang keinem gemeinsamen Ursprung zugeordnet werden kann.
Cyclospora cayetanensis ist ein obligat intrazellulärer, einzelliger Parasit, der sich im Epithel des Dünndarms vermehrt. Der Mensch gilt als wesentlicher, möglicherweise einziger epidemiologisch bedeutsamer Wirt. Infizierte Personen scheiden Oozysten mit dem Stuhl aus. Diese sind zum Zeitpunkt der Ausscheidung jedoch noch nicht unmittelbar infektiös, sondern müssen zunächst über Tage bis Wochen in der Umwelt reifen beziehungsweise sporulieren.
Gerade diese notwendige Reifungsphase unterscheidet Cyclospora von vielen anderen Durchfallerregern. Eine direkte Übertragung von Mensch zu Mensch oder unmittelbar nach einer fäkalen Kontamination gilt deshalb als wenig wahrscheinlich. Epidemiologisch entscheidend ist vielmehr, dass Oozysten über verunreinigtes Wasser, Bewässerungssysteme, Böden oder mangelnde Sanitärhygiene auf Obst, Gemüse und Kräuter gelangen und dort infektiös werden können.
Die Inkubationszeit liegt gewöhnlich bei etwa einer Woche, kann aber variieren. Typisch ist ein abrupt einsetzender, ausgeprägt wässriger und teilweise sehr heftiger Durchfall. Hinzu kommen Appetitlosigkeit, Übelkeit, Blähungen, Bauchkrämpfe, Müdigkeit, Gewichtsverlust, gelegentlich Fieber sowie Muskel- und Gliederschmerzen. Charakteristisch ist zudem der oft langwierige Verlauf.
Für die Mehrzahl immunkompetenter Menschen ist Cyclosporiasis keine unmittelbar lebensbedrohliche Infektion. Harmlos ist die Erkrankung dennoch nicht. Kritisch kann insbesondere bei älteren Menschen, kleinen Kindern, Personen mit relevanten Begleiterkrankungen und immunsupprimierten Patienten der große Flüssigkeits- und Elektrolytverlust sein. Bei Immunschwäche können Krankheitsdauer und Erregerausscheidung verlängert sein. Auch bei ansonsten gesunden Erwachsenen sind über Wochen anhaltende Diarrhö, Gewichtsverlust und ausgeprägte Leistungsminderung möglich.
Die Therapie der Wahl ist Cotrimoxazol. Gesunde Menschen können auch ohne Behandlung genesen, allerdings häufig erst nach längerer Krankheitsdauer. Eine Impfung existiert nicht. Für Patienten, die Sulfonamide nicht vertragen, stehen keine gleichwertig gut belegten Standardalternativen zur Verfügung.