Nahezu alle größeren Ausbruchsgeschehen in nicht endemischen Ländern stehen mit Lebensmitteln oder Wasser in Verbindung. Besonders häufig betroffen waren in der Vergangenheit:
Alle diese Produkte werden häufig roh oder nur minimal verarbeitet gegessen. Eine Kontamination lässt sich äußerlich weder erkennen noch riechen oder schmecken.
Lange Zeit wurde Cyclosporiasis in den USA nahezu ausschließlich mit Produkten aus endemischen Regionen in Verbindung gebracht. Inzwischen wurden jedoch auch Kontaminationen heimisch angebauter Erzeugnisse nachgewiesen: 2019 fand die Aufsichtsbehörde FDA erstmals molekular bestätigte C. cayetanensis auf in den USA angebautem Koriander.
In Europa galt Cyclosporiasis lange vor allem als importierte Reisekrankheit. Zahlreiche Fälle wurden bei Rückkehrern aus Lateinamerika, der Karibik, Süd- und Südostasien diagnostiziert. So untersuchte die europäische Seuchenschutzbehörde ECDC über mehrere Jahre wiederkehrende Erkrankungscluster bei europäischen Reisenden nach Mexiko.
Doch das Bild einer ausschließlich tropischen Infektion greift zunehmend zu kurz. Eine aktuelle europäische Übersichtsarbeit kommt zu dem Ergebnis, dass importierte Erkrankungen und Fälle ohne erkennbare Reiseanamnese inzwischen in mindestens 16 europäischen Staaten beschrieben wurden. Die Autoren stufen C. cayetanensis als einen in Europa an Bedeutung gewinnenden lebensmittelassoziierten Parasiten ein.
Europa hat außerdem bereits eigene lebensmittelbedingte Ausbrüche erlebt. 2009 wurden in Stockholm zwölf laborbestätigte und sechs wahrscheinliche Erkrankungen registriert. Als mutmaßliches Vehikel galten aus Guatemala importierte Zuckererbsen. Das Ereignis zeigt exemplarisch, dass eine vergleichsweise kleine Charge eines roh verzehrten Produkts auch außerhalb endemischer Gebiete einen klar umrissenen Ausbruch auslösen kann.
Besonders bemerkenswert ist ein 2026 publizierter Fall aus Italien: Bei einer 86-jährigen Patientin ohne entsprechende Reiseanamnese wurde erstmals eine lokal erworbene Cyclospora-Infektion molekular bestätigt und genetisch charakterisiert. Ein Einzelfall beweist noch keine dauerhafte Etablierung des Parasiten in Europa. Er widerspricht aber der Annahme, eine Infektion ohne Fernreise sei praktisch ausgeschlossen.