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Stimme
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Das stört den guten Ton

Die Stimme begleitet Menschen ab dem ersten Schrei beim Sprechen, Lachen und Singen. Während Heiserkeit bei einer Erkältung mit Schonung meist rasch vergeht, bedürfen länger andauernde Beschwerden einer Abklärung. Zudem sollen Vielsprecher im Alltag einige Tipps beachten.
AutorKontaktAnna Carolin Antropov
Datum 06.01.2023  15:00 Uhr

Am besten vorbeugen

Bei Vielsprechern ist Vorbeugung das A und O. Denn etablieren sie das richtige Verhalten im Alltag, werden die Stimmlippen beim Sprechen gar nicht erst belastet. Jeder Mensch hat eine unterschiedliche Tonhöhe und Stimmlage, bei der die Stimmlippen beim Sprechen entspannt sind. Logopäden nennen dies auch »Wohlfühlton«. Um ihn zu finden, müssen wir nur aufmerksam beobachten, welche Stimme wir bei einem entspannten Gespräch in ruhiger Atmosphäre mit Freunden oder dem Partner wählen. Dabei nutzen wir ganz automatisch unseren Wohlfühlton mitsamt Bauchstimme und es darf der gesamte Torso als Resonanzkörper dienen.

Im Gegensatz dazu hat sich bestimmt jeder schon einmal dabei ertappt, wie die Stimme bei Aufregung eine Tonlage höher rutscht, als man es eigentlich möchte. Das ist die Kopfstimme. Man presst den Klang förmlich heraus, nur der Kopf bildet den Resonanzkörper. Die Folge: Es fehlt die Tiefe im Klang. Das ist nicht nur anstrengend für den Sprecher, sondern auch für den Zuhörer. Schließlich nimmt auch die Körperhaltung großen Einfluss auf die Stimme. Im Idealfall ist der Brustkorb geöffnet und die Schulterblätter ziehen leicht zusammen. So aufgerichtet fällt auch die Atmung leicht. Wölbt sich der Bauch spürbar, nutzt man das gesamte Lungenvolumen und die Sprache wirkt automatisch entspannt und sympathisch. Besonders wenn PTA und Apotheker bei voller Offizin gegen einen hohen Lärmpegel ansprechen müssen, sollten sie sich noch einmal bewusst aufrichten. In Sprechpausen ruht die Zunge am besten direkt hinter den Schneidezähnen, um die Kiefermuskulatur zu entspannen.

Die Devise lautet: locker bleiben! Doch während Aufwärmen bei Sportlern vor einem Spiel ganz normal ist, beachten das nur dir wenigsten vor einem Vortrag oder redereichen Tag. Dabei genügt es oft schon, im Wohlfühlton »mmmh« zu summen und dabei die Tonlage nach unten ausklingen zu lassen. Die Lippen können wunderbar mit einem ausgiebigen „B“ vibrieren, während beim Seufzen oder Gähnen die Kehlkopfmuskulatur entspannt. Am besten betreffen die Lockerungsübungen den ganzen Körper. Also Kopf, Schultern und Arme kreisen lassen oder als »Zappelphilipp« Arme und Beine ausschütteln.

Um die Artikulation zu schulen, benutzen Schauspieler gerne die Korkenübung. Probieren Sie es doch mal aus: Zunächst sprechen Sie ein oder zwei Sätze mit einem Kugelschreiber oder Korken zwischen den Zähnen. Wenn sie den gleichen Satz danach ohne Korken sprechen, klingt die Aussprache direkt viel klarer. Um einer Überlastung vorzubeugen, dürfen nach einer Rush-Hour auch in der Apotheke keine Sprechpausen fehlen. Aber Gott sei Dank gibt es im Labor oder im Backoffice immer etwas zu tun. Bei der Gelegenheit kann dann auch direkt ein Schluck Wasser oder Tee dabei helfen, die Schleimhäute feucht zu halten.

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