| Katja Egermeier |
| 12.05.2026 16:00 Uhr |
Für Menschen, die nicht von einer Depression betroffen sind, ist es nur sehr schwer möglich, den Zustand einer erkrankten Person nachzuvollziehen. / © Getty Images/ simpson33
Wer sein von Depressionen geprägtes Gefühlsleben versteckt, hat häufig Angst vor negativen Vorurteilen und davor, wie das Umfeld reagieren könnte. Manche Menschen können oder wollen zudem selbst nicht wahrhaben, dass sie von einer Depression betroffen sind. Aufgrund noch immer bestehender Vorurteile oder Unwissenheit falle es vielen Betroffenen schwer, den Gedanken zuzulassen, dass ihre Symptome auf die Psyche zurückzuführen sein könnten, erklärt die Barmer Krankenkasse in ihrer Broschüre »Depressionen erkennen und handeln«. Mit Aussagen wie »Ich und depressiv? Ich bin doch kein Psycho!« stigmatisierten sie sich in gewisser Weise selbst.
Das Gefühlsleben werde daher häufig nicht thematisiert mit der Folge, dass Betroffene nur von unspezifischen Frühsymptomen wie wie Schlaf- oder Appetitstörungen, Kopfschmerzen oder Kreislaufbeschwerden berichten. Diese gehen zwar häufig einer Depression voraus, können aber auch auf andere Erkrankungen hinweisen. Das macht es selbst für geschultes Personal wie Ärzte, Apotheker und PTA nicht leicht, eine depressive Erkrankung bei ihren Patienten oder Kunden zu erkennen und anzusprechen.
Quelle: Patienteninformation zum Thema Depression der Bundesärztekammer
Drängt sich jedoch der Verdacht auf, dass eine Person – sei es im privaten Umfeld, in einer Arztpraxis oder der Apotheke – tatsächlich an einer Depression leiden könnte, sollte diese Sorge auch ausgesprochen werden. Häufig hilft hier im ersten Schritt schon das Signal, dass sich der Betroffene an einen wenden kann. Wichtig ist jedoch immer, einfühlsam vorzugehen und einige Regeln zu beachten: