Eine spezielle und regelmäßige Hautpflege könne nachweislich das Ausmaß der Hautprobleme mindern oder sogar deren Auftreten verhindern, informiert der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) auf seiner Website. Dabei gilt es, bereits vor dem ersten Behandlungstag mit einer adäquaten Basispflege zu beginnen, nicht erst, wenn Hautirritationen bereits da sind.
Die rechtzeitige Basispflege stabilisiert die Hautbarriere. Dazu muss sie sowohl rückfettende als auch hydratisierende Inhaltsstoffe enthalten. Geeignete Wirkstoffe nennt etwa die im Juni 2026 aktualisierte S3-Leitlinie zur supportiven Therapie bei onkologischen Patientinnen und Patienten, die praktische Tipps zur Prophylaxe und Therapie der Strahlendermatitis gibt. Der Krebsinformationsdienst rät, in den ersten Behandlungswochen eher feuchtigkeitsspendende Cremes und Lotionen zu wählen und im Laufe der Therapie auf betont rückfettende Zubereitungen zu wechseln.
Grundsätzlich sind rückfeuchtende Inhaltsstoffe wie Urea oder Glycerin das A und O. Um physiologische Barrierelipide zuzuführen, sollten in der Formulierung zusätzlich Ceramide, Sterole, Squalene, Sheabutter oder Nachtkerzensamenöle enthalten sein. Hautberuhigende oder juckreizstillende Inhaltsstoffe wie Niacinamid, Polidocanol und Dexpanthenol können bei bereits bestehender Dermatitis angewandt werden. Beispiele sind etwa Linola® Radioderm von Dr. Wolff, Dermasence® BarrioPro und Adtop plus oder Lipikar® Syndet AP+ oder Lipikar® Baume AP+M von La Roche-Posay.
Die beste Evidenz bei trockener Haut hat Harnstoff. Seine Wirksamkeit lässt sich in Kombination mit anderen natürlichen Feuchthaltefaktoren und Ceramiden, die gewissermaßen als Zellkitt fungieren, noch steigern. Grundsätzlich gilt: Mit je weniger Inhaltsstoffen eine Pflege auskommt, desto besser. Zubereitungen mit Alkohol (trocknet zusätzlich aus), Duft- und anderen potenziell allergisierenden Stoffen (gerade bei solchen mit pflanzlichen Inhaltsstoffen) sind zu meiden.