Die Haut heilt mit der Zeit wieder, die Zellschäden lassen sich dagegen nicht ungeschehen machen und steigern das Hautkrebsrisiko. / © Getty Images/mikroman6
»Viel und schnell.« Dermatologie-Professorin Dr. Christiane Bayerl empfiehlt als Erste Hilfe nicht steroidale Antiphlogistika, etwa Acetylsalicylsäure 2 x 500 mg/d, Diclofenac 3 x 50 mg/d oder Naproxen 3 x 500 mg/d, und zwar möglichst innerhalb der ersten sechs Stunden. »Die Prostaglandinwerte steigen in den ersten Stunden messbar an. Wer zu lange mit der Einnahme wartet, hat keinen Effekt mehr gegen die Entzündung, sondern nur noch gegen den Schmerz«, erklärt die Direktorin der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Helios Kliniken Wiesbaden.
»Die Zellschäden, die durch den Sonnenschaden entstanden sind und auf das Hautkrebsrisiko einzahlen, lassen sich dadurch natürlich nicht ungeschehen machen.« Noch mehr Belastung durch UV-Strahlung kann die angegriffene Haut auch nicht gebrauchen. Daher rät die Dermatologin: »Am besten nicht nur in den Schatten gehen, sondern ins Haus.« Bilden sich Blasen oder kommen Beschwerden wie Fieber oder Kreislaufprobleme hinzu, ist der Besuch beim Arzt angezeigt.
Neben der Arzneimitteleinnahme sind auch klassische Hausmittel ein probates Hilfsmittel, wenn die Haut brennt. So kann wie bei allen Verbrennungen leichteren Grades das betroffene Hautareal mit kaltfeuchten Umschlägen gekühlt werden. Dazu Baumwolltücher in kaltes oder höchstens lauwarmes Wasser von etwa 32 bis 35 °C legen. Bei Hautdefekten – eventuelle Blasen sollten nicht aufgestochen werden – das Wasser vorher abkochen und erkalten lassen. Eventuell mit einem Teeaufguss aus Schachtelhalmkraut, schwarzem Tee oder Badezusätzen aus synthetischen Gerbstoffen (wie Tannolact® 40 Badezusatz, Tannosynt® flüssig) tränken.
Wenn Eis oder Cold-Packs zur Kühlung verwendet werden, dann bitte mit einem Baumwolltuch umwickeln. Der mitunter empfohlene Quark ist nicht geeignet, da es aufgrund der enthaltenen Bakterien zu Infektionen kommen könnte. Und enthaltene Eiweißstoffe können auf der geschwächten Haut zu Unverträglichkeiten und allergischen Reaktionen führen.