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Keime im Poolwasser
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Diese Erreger können krank machen

Schon ein Schluck Poolwasser kann bei Kindern zu Durchfall führen. Kleine Becken im Garten ohne Pumpe sind besonders riskant. Fachleute warnen aber vor Panikmache.
Datum 04.08.2026  16:00 Uhr
Wie gelangen Krankheitserreger in den Körper?

Wie gelangen Krankheitserreger in den Körper?

Eine Studie aus dem Jahr 2017 prüfte, wie viel Schwimmbadwasser Menschen aus Versehen schlucken. Erwachsene Schwimmer in einem Bad in den USA nahmen durchschnittlich 10 Milliliter pro Stunde auf, Kinder etwa viermal so viel. Ein Kind schluckte sogar mehr als einen Viertelliter.

Damit sich jemand infiziert, sei eine bestimmte Dosis nötig, erklärt Bockmühl. Kühlten sich Erwachsene in einem Pool ab, tränken sie das Wasser eher nicht in großen Mengen. »Geht es aber um kleine Kinder, die darin spielen, kann durchaus ein Risiko bestehen.« Auch weil bei ihnen ein gleich große Menge eher zu einer Erkrankung führen könne.

Außerdem gibt es noch eine weitere häufige bakterielle Infektion durch Pools: die Gehörgangsentzündung. Sie wird durch Wasser verursacht, das sich längere Zeit im äußeren Gehörgang befindet und dort den schützenden Ohrschmalz ausschwemmt. »Wir sehen seit Beginn der Hitzewelle vermehrt Gehörgangsentzündungen bei Kindern, die viel getaucht sind«, erklärt Tanja Brunnert, Sprecherin des Berufsverbandes der Kinder- und Jugendärzt*innen (bvkj). Übertragbar ist diese Infektion aber nicht.

Kann man gefährliches Poolwasser erkennen?

Nicht unbedingt. Sei das Wasser klar, bedeute das nicht, dass keine gefährlichen Mikroorganismen darin lebten, sagt Bockmühl. Umgekehrt aber gelte schon: Stehe das Wasser wochenlang im Pool und sehe schmutzig aus, sei es auch belastet. »Schwimmen dort Blätter und Sonnencreme-Reste, haben die Organismen viele Nährstoffe.«

Wichtig ist bei der Beurteilung auch, ob es sich um kleinere Pools ohne Pumpe und ohne Chlor handelt – dann wird dem Wachstum kaum etwas entgegengesetzt. »Handelt es sich aber um einen Pool, der wunderbar ausgebaut ist mit Desinfektionsanlage und Filteranlage, dürfte das Wasser in Ordnung sein«, führt Chaberny aus. Auch Brunnert rät, gerade für Kinder einen Pool zu verwenden, in dem das Wasser aufbereitet wird.

Wie lässt sich die Keimbelastung im Pool verringern?

Das Umweltbundesamt empfiehlt, den Pool abzudecken, mit einem Laubkescher zu säubern, die Wände mit Bürsten zu schrubben und das Wasser zu filtern. Auch Chemikalien wie Chlor könnten genutzt werden. Vor allem bei kleineren Pools müsse aber irgendwann das Wasser erneuert werden. Zum Vergleich: In öffentlichen Bädern werden täglich 30 Liter Wasser je Badegast gegen frisches Wasser ausgetauscht. Das ist natürlich schwierig, wenn – wie gerade in den Städten München und Landau – kein Wasser aus der Leitung für das Befüllen von Pools verwendet werden darf. Andere Gemeinden wie Hille, Hüllhorst, Bad Oeynhausen und Löhne in Ostwestfalen raten wegen des Wassermangels davon ab.

Bockmühl schreibt in seinem Sachbuch »Keim daheim«: Haben Keime kein Wasser, können sie nicht überleben. »Wenn Sie die Burschen loswerden wollen, müssen Sie ihnen den Hahn abdrehen.« Gerade das Wasser von kleinen, aufblasbaren Baby-Planschbecken lasse sich abends wunderbar zum Blumengießen verwenden.

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