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Die richtig guten Geschichten für Social Media

40 Prozent der Apotheken betonen auf ihrer Website oder in ihren Flyern, dass die Menschen, die bei ihnen im HV stehen, besonders freundlich sind. Warum das zu banal ist und wie es gelingt, wirklich gute Geschichten zu erzählen, das erklärte Apotheker Hamed Kheirkhah, Holthausener Apotheke, Düsseldorf, auf der diesjährigen Expopharm in München. 
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 18.09.2026  08:00 Uhr

Seine These: Man hat die wirklich guten Geschichten für Social Media alle im HV, aber die meisten Apothekenteams suchen nicht dort. Sie betonten in ihrer Selbstdarstellung eher, dass sie Medikamente auch liefern, gute Öffnungszeiten haben oder besonders freundlich sind, berichtete der Apotheker. Dabei sei es genau das nicht, woran sich Menschen in erster Linie erinnern. Kheirkhah verdeutlichte das sehr plastisch und erzählte, wie er einer jungen Frau und ihrem Verlobten am Abend vor deren Hochzeit sehr gekonnt beratend dabei geholfen hat, dass der Mann, der akut stark erkältet war, am wichtigsten Tag des Lebens ziemlich fit vor dem Traualtar erscheinen konnte. Seither seien die beiden Stammkunden. Die Zuhörenden des Vortrags erinnerten sich auch noch 20 Minuten später an diese Geschichte, nicht aber an den Namen der Apotheke des Vortragenden.

Was also zählt, ist, was den Menschen Vertrauen, Sicherheit und positive Emotionen schenkt, am Ende des Tages also das Zwischenmenschliche. Hamed Kheirkhah fasste es so zusammen: »Emotion schlägt Rabattvertrag«. Aber wie kommt man auf Geschichten? Dazu genüge es schon, sich zu fragen, was man an Geschichten gehört hat – Zuhören zählt also auch zum Storytelling – und was davon man besonders witzig fand, was besonders ärgerlich, was womöglich traurig oder auch besonders.

Für Letzteres nannte der Apotheker das Beispiel einer alten Dame, die seit vielen Jahren Stammkundin in der Apotheke ist, aber nicht nur sie allein, sondern auch ihre Tochter und ihre Enkelin. Was spreche dagegen, die drei zu fragen, ob sie bereit wären für ein Foto, das auf dem Social-Media-Kanal der Apotheke gepostet wird, etwa mit den Worten: »Drei Generationen – eine Apotheke«.

Auch beim Engagement für den Stadtteil könne man kreativ werden: nicht einfach die Spende der Apotheke X an den Verein Y, sondern mal etwas anderes. Kheirkhah etwa fotografierte ein Jahr lang in dem Stadtteil, in dem die Apotheke ansässig ist, und erstellte daraus einen Kalender, der aber nicht mit der Apotheke, sondern nur mit seinem Namen gebrandet war. Der Kalender kam gut an, wurde von anderen in der Gemeinde verkauft. Der Erlös ging an den Apotheker und wurde dann gespendet. »Ich möchte, dass mein Gegenüber macht, was ich für richtig halte, und zwar am besten durch eine emotionale Bindung und die können wir mitgestalten«, so Kheirkhah.

Dann geschehe auch nicht, was noch häufig vorkommt, nämlich dass eine Apotheke in ihrer Außenwirkung völlig austauschbar ist, indem sie nur Fakten zum eigenen Angebot liefert, aber eben keine echten Geschichten. Eine entscheidende Frage auf dem Weg zum guten Storytelling ist laut Kheirkhah folgende: »Wenn eure Apotheke morgen schließen würde, was würde eurem Viertel fehlen, außer Medikamenten?« Darüber lohne es sich, nachzudenken.

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