Zähneputzen beim Kind kann für Familien zur Herausforderung werden. / © Adobe Stock/Oksana Kuzmina
Zähneputzen will gelernt sein. Bei Kinderzähnen gilt das für die Kleinen wie die Großen. Denn bei Babys und Kleinkindern sind immer die Eltern fürs Putzen zuständig. Wie man bei den Kleinsten auf gute Weise schon ganz früh damit beginnt und wie sich Stress bei dem Thema vermeiden lässt, erklären zwei Expertinnen.
»Ab dem ersten Zahn muss dieser sauber gehalten werden«, sagt Johanna Kant. Die Vorsitzende des Bundesverbandes der Kinderzahnärzte empfiehlt sogar, beim Baby schon vorher mit speziellen Fingerlingen ganz vorsichtig und kurz den Kieferkamm zu massieren. »Zum einen gewöhnen sich die Kinder dann schon früh daran. Zum anderen fördert das ein bisschen die Durchblutung, was das Zahnen unter Umständen einfacher macht.«
Zahnbürsten für Kinder haben weichere Borsten, manche sogar einen längeren Griff für die größeren Hände der Eltern. Bei ein, zwei Zähnchen geht das Putzen ganz fix, im Alter von zwei bis drei Jahren ist beim Milchgebiss dann schon System gefragt.
Das funktioniert laut dem Bundesverband nach der Regel »KAI Plus«: erst die Kauflächen, dann die Außen- und Innenflächen. Das Plus bedeutet: Die Eltern sind für saubere Zähne ihrer Kinder zuständig.
»Der Mund ist ein Intimbereich«, sagt Kinderzahnärztin Kant. Das gelte für Kinder und Erwachsene. Allerdings: »Kleine Kinder erfahren die Welt über den Mund, es ist ihnen daher nicht fremd, etwas in den Mund zu stecken.« Eltern können das nutzen, indem ihr Kind, sobald es dazu in der Lage ist, beispielsweise auf einer zusätzlichen Kinderzahnbürste herumkauen und sie mit dem Mund erkunden darf.
Unangenehm wird es aber auch, wenn Schmerzen im Spiel sind. Daher gilt: »Schrubben Sie am Oberkiefer nicht über das Lippenband«, sagt Johanna Kant. Im Unterkiefer ist dieses Bändchen ein bisschen weiter weg von den Zähnen, aber oben beginnt es oft direkt am Kiefer. »Wenn Sie darüber putzen, tut es den Kindern weh. Das führt zu dem Empfinden: ›Die Zahnbürste ist blöd, die soll nicht in meinen Mund kommen.‹«