PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook
PTA-Patenschaft

Ein Nebenjob, der sich bezahlt macht

Aya Schubert hat sich am Projekt PTA-Patenschaft des Apothekerverbands Westfalen-Lippe beteiligt und neben der schulischen Ausbildung in einer Apotheke gejobbt. Warum das für die Schülerin, für das Apothekenteam und auch den Inhaber ein echter Gewinn ist.
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 12.08.2026  09:00 Uhr

Aya Schubert will PTA werden. Die Berufsfachschule in Paderborn hat sie im August abgeschlossen. Jetzt absolviert sie in der Medicum-Apotheke in Detmold den praktischen Teil der Ausbildung, also genau in der Apotheke, in der sie auch in den vergangenen zwei Jahren bereits neun Stunden pro Woche gejobbt hat. Das Patenschaftsprojekt ermöglicht es, nicht nur nebenbei Geld zu verdienen, sondern auch frühzeitig Einblicke in den Berufsalltag zu bekommen.

Während andere Auszubildende in Vollzeit im Betrieb oder dem Berufskolleg lernen und dafür auch eine Vergütung erhalten, besuchen angehende PTA in den ersten beiden Ausbildungsjahren eine Berufsfachschule. Diesen kurzfristigen »Nachteil«, kein Geld in der Lehre zu verdienen, wolle man mit dem Projekt ausgleichen, erklärt Christian Schmidt, Inhaber der Medicum-Apotheke und im Apothekerverband Westfalen-Lippe engagiert. »Warum sollen sie im Supermarkt oder in der Kneipe arbeiten, wenn sie doch in der Apotheke Berufserfahrung sammeln und ihr Wissen vertiefen können?«

Genau darin sieht auch Schubert den großen Mehrwert des Patenschaftsprojektes. Egal, ob Arzneimittelkunde, -herstellung oder EDV: »Vieles von dem, was in der Schule drankam, hatte ich zuvor schon hier in der Apotheke kennengelernt.« Und was ihr neu war, konnte sie später in der Praxis vertiefen.

Zu ihren Hauptaufgaben in der Apotheke gehörten die Warenwirtschaft, also das Auffüllen der Regale, das Bestücken des großen Lagerautomaten, das Bestellen von Ware und auch die Pflege der Inventurlisten. »So hatte ich all die Medikamente, die wir in der Schule in Arzneimittelkunde durchgenommen haben, vor Augen«, schildert die angehende PTA. Sorgen, das Schulpensum nicht zu schaffen, weil man obendrein noch arbeitet, hält sie für unberechtigt.

»Eine Patenschülerin ist eine Entlastung und Unterstützung für das Team«, meint Pate Schmidt. »Aber natürlich auch eine Verantwortung und manchmal ein bisschen Aufwand. Doch der zahlt sich aus, denn nun haben wir eine Praktikantin und demnächst eine Mitarbeiterin, die wir nicht mehr lange einarbeiten müssen, die das Team sehr gut kennt und die hervorragend qualifiziert ist.«

Im Übrigen lernt auch die Apotheke vom Patenkind: »Egal, ob Patenschüler, Praktikant oder Pharmazeut im Praktikum: Berufsanfänger stellen Fragen und hinterfragen vieles, gerade unsere organisatorischen Abläufe hier in der Apotheke«, sagt Christian Schmidt. »Das ist für den Betrieb sehr bereichernd.«

Am meisten Spaß gemacht hat der zukünftigen PTA in ihrer Vor-Ort-Zeit der Kontakt zu den Kunden – und so wusste sie schnell, dass sie den richtigen Beruf gefunden hat. Das ist laut Patenkind und Pate der große Vorteil des Projektes: »Kein Praxisschock am Ende der Schulzeit, sondern viel Motivation in der Ausbildung. Denn so erlebt man, wofür man den Schulstoff lernt.«

TEILEN
Datenschutz