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Apothekerkammer und PTA-Schulen in Hessen
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Zusammen geht es besser

Schnellere Anerkennung ausländischer PTA-Abschlüsse, Nachwuchsgewinnung und Gestaltung der PTA-Ausbildung – das sind nur einige Punkte, bei denen die PTA-Schulen und die Landesapothekerkammer in Hessen durch einen engen Austausch profitieren. Im PZ-Interview erzählt Christiane Schmidt, Leiterin der Ludwig Fresenius Schulen GmbH PTA Hessen, was aktuell ansteht und warum die Zusammenarbeit so wertvoll ist.
AutorKontaktPZ
Datum 27.07.2026  14:00 Uhr

PZ: Was war der Auslöser für die engere Zusammenarbeit zwischen Ihrer PTA-Schule und der Landesapothekerkammer Hessen?

Schmidt: Auslöser war das Anerkennungsverfahren ausländischer PTA-Abschlüsse. Die Apothekerschaft wünschte sich, dass Fachkräfte mit ausländischer Ausbildung schneller anerkannt werden und früher in den Apotheken arbeiten können. Die zuständige Landesbehörde prüft jeden Einzelfall sehr detailliert, deshalb dauern die Anerkennungsverfahren in Hessen sehr lange. Wir wurden von der Kammer angesprochen, ob wir gemeinsam versuchen wollen, diese Anerkennungsverfahren zu beschleunigen.

PZ: Welche konkreten Lösungsansätze verfolgen Sie?

Schmidt: Unsere Schule möchte zusammen mit der Apothekerschaft Vorschläge erarbeiten, um das Prüfungsverfahren zu beschleunigen und die Lehrgänge kompakter gestalten zu können. Dazu wollen wir gemeinsam Module für die Anpassungslehrgänge entwickeln und als Vorschlag bei der Aufsichtsbehörde einreichen – in der Hoffnung, dass die Behörde durch das Auswählen und Kombinieren bestimmter Module die Fälle schneller bearbeiten kann. 

Man könnte die Kernfächer Arzneimittelkunde, Übungen zur Abgabe und Beratung, die galenischen Übungen und die Berufs- und Gesetzeskunde stärker in den Fokus nehmen: Die Teilnahme an diesen Fächern ist für das Arbeiten in der öffentlichen Apotheke wichtig. Ob die Behörde ihren bisherigen Bearbeitungsmodus ändert, kann ich nicht sagen. Aber wir möchten es zumindest versuchen, damit die Anpassungslehrgänge künftig kompakter gestaltet werden können.

PZ: Wie hat sich die Zusammenarbeit Ihrer Schule und der Kammer bislang entwickelt?

Schmidt: Es gab bisher zwei Treffen. Wir als PTA-Schule haben uns sehr über die neue Möglichkeit zur engeren Zusammenarbeit mit der Landesapothekerkammer gefreut. Das ist möglich geworden durch den Kammervorsitzenden, den neuen Vorstand und neue Delegierte, die diesbezüglich sehr offen sind. Das erste Treffen erfolgte mit dem Ideengeber, Verbands- sowie Kammerdelegierten Nojan Nejatian und Cora Mertens, 2. Beisitzerin des Vorstands der LAK, bei dem die Chancen einer engeren Zusammenarbeit ausgelotet wurden.

Im zweiten Gespräch in der Geschäftsstelle der Landesapothekerkammer mit dem Kammerpräsidenten Christian Ude und der Vizepräsidentin Schamin Eckert ging es vor allem um die Anliegen der Schule, darunter die finanzielle Unterstützung, die Nachwuchsgewinnung und weitere Kooperationsmöglichkeiten. Zusätzlich hat der Kammerpräsident Christian Ude bei seiner Sommertour den direkten Austausch mit den PTA-Schülerinnen und -Schülern vor Ort gesucht, das wurde von uns sehr geschätzt.

PZ: Worum ging es bei diesem Treffen?

Schmidt: Ein wichtiges Thema war die Vereinbarkeit der Ausbildung mit einem Nebenjob in der Apotheke. Diesen wünschen sich viele unserer Schülerinnen und Schüler, weil sich so das Geldverdienen mit wertvollen Einblicken in die Arbeitswelt der Apotheke verknüpfen lässt. Wenn sie nach ihrem Kenntnisstand in der Apotheke eingesetzt werden und Einblicke in die Abläufe einer Apotheke erhalten, profitieren sie davon auch im schulischen Unterricht. 

Auch das Projekt »PTA-Patenschaften«, das vom Landesapothekerverband Baden-Württemberg ins Leben gerufen und nun auch vom Hessischen Apothekerverband aufgegriffen wurde, ist angesprochen worden. Von den Schülerinnen und Schülern erging konkret die Bitte an Herrn Ude, das als Thema mitzunehmen, weil sich noch relativ wenig Apotheken im Großraum Frankfurt/Main daran beteiligen.

PZ: Welche weiteren Chancen sehen Sie in der Zusammenarbeit zwischen Ihrer Schule und der Kammer?

Schmidt: Wir haben festgestellt, dass ein genereller Austausch sehr wichtig ist. Ein Austausch in der Hinsicht, dass uns die Apothekerschaft mitteilt, was sie von unseren Absolventinnen und Praktikanten erwartet. Im Gegenzug ist es für uns interessant, ins Gespräch zu kommen in Bezug auf den Ablauf und die Anforderungen im praktischen halben Jahr anschließend an die schulische Ausbildung. Die Landesapothekerkammer hat uns außerdem angeboten, dass unsere Schülerinnen und Schüler an den Fortbildungsangeboten teilnehmen dürfen, auch wenn sie noch in der Ausbildung sind. Das finde ich sehr schön. 

Ich wünsche mir, dass wir den Austausch so fortsetzen, wie wir es gerade aktuell begonnen haben. In den heutigen Zeiten ist es unabdingbar, dass diese Zusammenarbeit stattfindet. Man hat zu lange geruht und es ist jetzt umso schöner, dass der Austausch jetzt stattfindet.

PZ: Sie erwähnten ein zweites Treffen, bei dem es um die finanzielle Situation der Schule ging. Welche Anliegen haben Sie dort eingebracht?

Schmidt: Ich habe um Unterstützung gebeten, denn wir sind als PTA-Schulen in Hessen sehr stark unterfinanziert. Es gibt nur noch drei PTA-Schulen in Frankfurt, Idstein und Marburg. Jetzt geht es darum, dass die Schulgeldfreiheit ausläuft. Das müsste wieder neu vom Land genehmigt werden. Zudem haben wir keine Teilhabe am Digitalpakt. Außerdem sind unsere monatlichen Landeszuschüsse nicht auskömmlich. Das sind die drei Punkte, für die wir uns Unterstützung erhoffen in der Kommunikation mit dem Ministerium.

PZ: Die Kammer sieht dahingehend ebenfalls den Unterstützungsbedarf und zeigt sich entsprechend offen?

Schmidt: Ja, sehr. Wir hatten einen sehr guten Austausch, als ich in der Geschäftsstelle war. Sie ist sehr daran interessiert, dass die PTA-Schule in Frankfurt auch weiterhin besteht, und hat Unterstützung angeboten – auch in Bezug auf Werbung, dass das PTA-Berufsbild über die Apotheken noch besser bekannt wird. Wir sind sehr froh, wenn wir zum Beispiel für Informationen die Rundschreiben nutzen können. Für den Herbst ist ein Besuch im Hessischen Gesundheitsministerium geplant, um die finanzielle Entwicklung anzusprechen.

PZ: Sind noch weitere Projekte in Aussicht?

Schmidt: Ja, aber das haben wir noch nicht terminiert. Vom Gesetz her haben wir die Möglichkeit, dass die PTA-Ausbildung auch drei Jahre dauern darf. Derzeit sind es zwei Jahre in Vollzeit. Es wurde der Wunsch seitens der Kammer für ein Modell geäußert, dass unsere Schülerinnen und Schüler schon ein oder zwei Tage in der Apotheke arbeiten und drei oder dreieinhalb Tage in der Schule sind. Es geht also darum, dass wir die Stunden, die wir jetzt in zwei Jahren unterrichten, auf drei Jahre strecken.

Dieses Modell möchten wir zusammen durchdenken. Unsere Schülerinnen und Schüler würden, wie in anderen Ausbildungen auch, Geld bekommen. Besonders interessant ist das auch für PKA oder Schülerinnen, die schon Familie haben. Zudem bietet sich dadurch die Möglichkeit, das Gelernte in der Apotheke zu vertiefen.

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