Allzu fettes Essen sollten Menschen mit einer Fettlebererkrankung und Übergewicht generell meiden. Auch hier spielt jedoch die Art des Fetts eine größere Rolle als die Menge. Die meisten Pflanzenöle, Samen und Nüsse enthalten überwiegend ungesättigte Fettsäuren. Sie haben keinen negativen Einfluss auf die Leber. Mehrfach ungesättigte Omega-3-Fettsäuren fördern die (Leber-)Gesundheit sogar: Sie wirken unter anderem antientzündlich und regulieren die Blutfettwerte. Reich an den besonders wertvollen Omega-3-Fettsäuren Eicosapentaensäure (EPA) und Docosahexaensäure (DHA) sind fettreiche Kaltwasserfische wie Hering, Makrele und Lachs. Leinöl und Walnussöl enthalten eine andere, kurzkettigere Omega-3-Fettsäure: Alpha-Linolensäure (ALA), die der Körper zum Teil in EPA und DHA umwandeln kann.
Tierisches Fett besteht dagegen in erster Linie aus gesättigten Fettsäuren. Sie gelten als ungesund, weil sie Herz-Kreislauf-Erkrankungen fördern. Bei Butter, Sahne, Wurst, fettem Käse und Fleisch sollte Leberkranke deshalb nur in kleinen Mengen zugreifen. Besonders schlecht für Herz und Leber sind Trans-Fettsäuren. Sie entstehen bei der industriellen Fetthärtung und finden sich vor allem in stark verarbeiteten Fertigprodukten und Hocherhitztem – etwa in Chips, Backwaren und Pommes frites.
Häufig unterschätzt wird der positive Einfluss von Ballaststoffen auf die Gesundheit: Sie sorgen nicht nur für eine geregelte Verdauung, sondern unterstützen auch das Darmmikrobiom und das darmeigene Immunsystem, verringern den Blutzuckeranstieg nach dem Essen, binden Cholesterol und können Entzündungsreaktionen mildern. Auch bei der Gewichtsabnahme helfen sie. Ernährungsexperten raten, täglich etwa 30 g Ballaststoffe aufzunehmen – ein Wert, auf den die wenigsten Menschen in Deutschland kommen. Wertvolle Lieferanten sind vor allem Obst und Gemüse, Vollkorngetreide, Nüsse und Samen. Zusätzlich kann das Apothekenteam bei Bedarf beispielsweise Flohsamenschalen, Leinsamen oder Inulinpulver empfehlen. Empfindliche Menschen sollten den Anteil von Ballaststoffen in ihrer Ernährung allerdings langsam steigern, um Blähungen zu vermeiden.
Als optimale Ernährungsform für eine gesunde Leber gilt die Mittelmeerdiät. Sie enthält viel frisches Gemüse, gesundes Olivenöl, Fisch, wenig rotes Fleisch sowie wenig Zucker oder industriell verarbeitete Lebensmittel. Bei der traditionellen mediterranen Ernährung ist allerdings auch ein Glas Wein erlaubt. Darauf sollten Patientinnen und Patienten mit einer Lebererkrankung besser verzichten: Jede Form von Alkohol schädigt die Leber. Insbesondere, wenn die Fettleber durch übermäßigen Alkoholkonsum verursacht ist, gilt strikte Abstinenz. Auch bei einer nicht-alkoholischen Fettleber beschleunigt ein regelmäßiges »Gläschen in Ehren« das Fortschreiten der Erkrankung.