Obwohl der Islam unter anderem Schwangere, Stillende und kranke Menschen – mit der Maßgabe, das Fasten, sobald es ihnen möglich ist, nachzuholen – vom Ramadan befreit, möchten viele dennoch den Fastenmonat gemeinsam mit Familie und Freunden begehen. Es ist deshalb am medizinischen Fachpersonal und Ernährungsfachkräften, nach Abwägung individueller Risiken praktikable Lösungen anzubieten.
Laut Angaben des bundesweiten Netzwerks Gesund ins Leben zeigen Studien, dass Ramadan-Fasten während der Schwangerschaft ein höheres Risiko berge, als Kind kognitive Leistungseinbußen zu haben oder im Erwachsenenalter eher einen Typ 2 Diabetes oder koronare Herzkrankheit zu bekommen.
Das Wissen von in Deutschland lebenden Muslima über Ramadan-Fasten während der Schwangerschaft und Ratschläge von medizinischem Fachpersonal sind ausbaufähig, hat eine Umfrage unter muslimischen Schwangeren oder frisch Entbundenen in Mainzer Krankenhäusern ergeben. Das hat eine Forschergruppe der Universität Mainz dokumentiert.
Danach hatten nur wenige über ihr Verhalten im Ramadan mit ihren Gynäkologinnen und Hebammen gesprochen. Diese hätten zwar mehrheitlich vom Fasten in der Schwangerschaft abgeraten, doch nur rund einem Viertel der Frauen wären auch die negativen Auswirkungen erläutert worden.
Auch stillende Frauen gelten als vulnerable Gruppe, da das Fasten Veränderungen im Wasserhaushalt und der Zusammensetzung der Muttermilch bewirken kann. Auf der Website des Europäischen Instituts für Stillen und Laktation gibt Kinderärztin Professorin Dr. Gihan Fouad stillenden Mitgläubigen für das Ramadan-Fasten folgende Tipps:
Zudem wird stillenden Müttern nahegelegt, während der Zeit des Fastens ihr Kind gut zu beobachten und sicherzustellen, dass die Milchmenge nicht zurückgeht. Die Mutter selbst solle sich wohl fühlen sowie auf starken Durst und dunkel gefärbten Urin als Zeichen einer Dehydrierung achten.