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Religiöses Fasten
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Gesund durch den Ramadan

In allen großen Weltreligionen sind traditionell Zeiten des Fastens verankert -derzeit sind wir mittendrin in der christlichen Passionszeit und dem muslimischen Ramadan. Doch ist religiöses Fasten auch gesund? Worauf sollten vulnerable Personengruppen achten?
AutorKontaktCornelia Höhn
Datum 18.02.2026  16:00 Uhr

Abwägen bei Kindern

Obwohl jüngere Schulkinder bis zur Pubertät im Ramadan ebenfalls nicht fasten müssen, möchten sie es oft ihren Eltern gleichtun. Der Berufsverband der Kinder- und Jugendärztinnen und -ärzte (BVKJ) rät davon jedoch ab: Aus medizinischer Sicht sei das Fasten für Kinder und Jugendliche ungesund und schädlich: Vor allem unzureichendes Trinken könne zu mangelnder Konzentrationsfähigkeit führen und auch das Schlafverhalten verändern. Auch die Krankenkasse AOK informiert darüber, dass Kleinkinder besser nicht fasten sollen. Bei ihnen könne ein Flüssigkeitsmangel schnell gefährlich werden.

Der Kinderschutzbund (DKSB) wirbt für eine gute Kommunikation und gegenseitiges Verständnis. Muslimische Familien sollten in ihrem Wunsch unterstützt werden, ihre Religion auszuüben. Eltern werden jedoch aufgerufen, die Risiken für die Gesundheit ihrer Kinder im Blick zu behalten und Lehrer oder Erzieher darüber zu informieren, sofern ihre Kinder fasten.

Vorsicht geboten

Chronisch Kranke möchten sich häufig nicht vom gemeinschaftlichen Fasten der Gläubigen ausschließen, zumal für sie kaum die Möglichkeit besteht, das Fasten nachzuholen. Die Apothekerkammer Niedersachsen empfiehlt Patienten mit fortgeschrittener Herz- und chronischer Niereninsuffizienz jedoch, nicht zu fasten; die gesundheitlichen Risiken seien zu hoch. Menschen mit starker Thromboseneigung sollten wegen des langen Verzichts auf Flüssigkeit ärztlichen Rat einholen.

Da das Fasten den Stoffwechsel verändert, kann das auch die Wirkung von Medikamenten beeinflussen. Eine Dosisanpassung kann erforderlich werden. Als Beispiel nennt die Kammer Diuretika, die ansonsten schnell zu einer Dehydration führen können.

Auch dass tagsüber perorale Arzneiformen untersagt sind, weil sie die Fastenregeln brechen, kann problematisch werden. Aufklärung durch den behandelnden Arzt oder in der Apotheke sind für Betroffene deshalb enorm wichtig. Oft kann die Pharmakotherapie mit alternativen Darreichungsformen beziehungsweise durch Verschieben des Einnahmezeitpunkts weitergeführt werden. Oder man weicht auf einen Arzneistoff aus, der seltener eingenommen werden muss. Die Anwendung von transdermalen Systemen, Inhalativa, Salben und Augentropfen ist erlaubt.

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