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Zelltreibstoff
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Glutamin unter der Lupe

Die Aminosäure Glutamin soll die Muskel- und Darmfunktion verbessern. Die mutmaßlichen Wirkungen sind allerdings nicht ausreichend belegt. Einen Mangel haben gesunde Menschen nicht zu befürchten.
AutorKontaktNicole Schuster
Datum 23.06.2023  12:00 Uhr

Aminosäuren stehen bei vielen Sportlern hoch im Kurs. Sie sind wichtige Eiweißbausteine des Körpers und essenziell für Stoffwechselvorgänge. Außer in der normalen Ernährung sind sie in Proteinpulvern enthalten. Einige Aminosäuren wie Glutamin werden in Nahrungsergänzungsmitteln (NEM) zudem isoliert angeboten. Glutamin trägt als proteinogene Aminosäure zur Proteinsynthese bei und ist unverzichtbar für das Säure-Basen-Gleichgewicht im Körper. Es stellt außerdem Aminogruppen bereit, die für die Produktion von Purinen und Nukleotiden gebraucht werden und ist ein Kohlenstoff-Donor im Citratzyklus. Besonders wichtig ist die Aminosäure als Energielieferant für sich schnell teilende Zellen wie Leukozyten oder Epithelzellen der Darmschleimhaut. Daraus leitet sich ihre Bedeutung für die Immunfunktion ab.

Glutamin ist ferner an der Glutathionsynthese beteiligt. Glutathion ist der quantitativ bedeutsamste endogene Radikalfänger und baut oxidativen Stress ab. Eine Vorstufe von Glutamin ist L-Glutaminsäure. Diese Aminosäure kann die Blut-Hirn-Schranke überwinden und wird im Gehirn zu Gamma-Aminobuttersäure (GABA) umgewandelt. GABA ist der wichtigste inhibitorische Neurotransmitter.

Der Glutaminbedarf ist bei gesunden Menschen in stressigen Lebensphasen, bei reduzierter Nahrungsaufnahme und bei fordernden körperlichen Aktivitäten wie mehrstündigen Ausdauerbelastungen erhöht. Ursache dafür ist die verstärkte Ausschüttung von Cortisol. Ein erhöhter Cortisolspiegel erhöht den oxidativen Stress im Körper. Außer bei einem erhöhten Bedarf kann eine (vorübergehende) Unterversorgung entstehen, wenn die körpereigene Produktionsfähigkeit gestört ist.

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