| Isabel Weinert |
| 11.05.2026 12:00 Uhr |
Reagiert ein Kind allergisch auf das Eiweiß in Kuhmilch, erhöht das sein Risiko für Entzündungen des Mittelohrs. / © Adobe Stock/nys
Eine Otitis media ist eine sehr häufige Infektion bei Kindern. Die Forschenden widmeten sich deshalb der Frage, ob sie mit einer Milcheiweißallergie (MPA) zusammenhängen könnte. Dazu verwendeten die Wissenschaftler Daten der TriNetX-Datenbank der Vereinigten Staaten, wählten hieraus Patienten und Patientinnen im Alter von zwei bis 17 Jahren aus und teilten sie in zwei Gruppen. In der einen Gruppe fanden sich diejenigen mit MPA, in der anderen ohne. Sie schauten dann nach dem Auftreten jeglicher Form von Otitis media.
Das Resultat: In der Gruppe der Kinder und Jugendlichen mit Milcheiweißallergie lag die Erkrankungszahl an Mittelohrentzündung signifikant höher als in derjenigen ohne MPA. Jede Form der Otitis media trat in dieser Gruppe häufiger auf.
Pathophysiologisch vermuten die Forschenden eine allergisch bedingte Entzündungsreaktion, die die Schleimhäute anschwellen lässt und immunologische Veränderungen der oberen Atemwege auslöst. Das könne die Funktion der Eustachischen Röhre beeinträchtigen. Die dadurch bedingte schlechtere Belüftung des Mittelohrs ist ein wesentlicher Faktor für eine Otitis media. Welchen Schluss ziehen die Wissenschaftler? Eine Allergie auf Milcheiweiß frühzeitig zu erkennen und entsprechend die Ernährung darauf auszurichten, könne das Risiko für Otitis media und die damit verbundenen Komplikationen reduzieren.