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Hausmittel für Babys – nicht alle sind harmlos

Zwiebelsäckchen, Wadenwickel, Kräutertees – Hausmittel sind für viele Eltern die erste Wahl bei leichten Beschwerden ihres Babys. Doch nicht alle sind so harmlos, wie sie zunächst scheinen.
AutorKontaktBarbara Döring
Datum 27.04.2026  12:00 Uhr

Ätzende Söckchen

Essigsöckchen als Fiebersenker? Dieses vermeintliche Hausmittel taucht immer mal wieder in den sozialen Medien auf. Für Säuglinge und Kinder ist es in jedem Fall tabu.

So berichteten bereits mehrere Kliniken von Verätzungen bei Kindern, bei denen über längere Zeit mit Essig getränkte Socken an der Haut belassen wurden. Dabei kam zum Teil hochkonzentrierte Essigessenz mit bis zu 25 Prozent Säuregehalt zum Einsatz. Doch auch schon milder Apfelessig mit etwa 5 Prozent Säure kann vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern zu schweren Hautirritationen führen, die mitunter bleibende Narben hinterlassen.

Betroffen waren vor allem die Bereiche, an denen die Bündchen anliegen, in einem Fall auch der Windelbereich, weil der Wickel der Windel beigelegt wurde. Mediziner weisen darauf hin, Wickel für Kinder keinesfalls mit Essigwasser, Essigessenz oder Apfelessig zu tränken.

Auch Zwiebelsöckchen, für die eine leicht erwärmte Zwiebelscheibe auf die Fußsohlen – nicht jedoch auf die Zehen – gelegt und mit einer Socke fixiert wird, sind erst für Babys ab sechs Monaten geeignet.

Kräutertees

Arzneitees zur kurzfristigen Anwendung bei Erkältungen oder Magen-Darm-Beschwerden können ab dem vierten oder sechsten Lebensmonat gegeben werden. In der Regel wird für gestillte Babys jedoch erst zusätzliche Flüssigkeit empfohlen, wenn der dritte Brei eingeführt ist.

Besonders Kamille ist ein bewährter Klassiker bei Blähungen und Bauchschmerzen. Der einstmals beliebte Fencheltee, der Magen-Darm-Beschwerden und Husten lindern soll, wird für Säuglinge und Kinder unter vier Jahren inzwischen nicht mehr empfohlen.

Im Jahr 2023 bestätigte die Europäische Arzneimittelagentur die krebserregende Wirkung des enthaltenen natürlichen Aromastoffs Estragol bei Mäusen. Da der Estragol-Gehalt von Fencheltee stark schwanken kann, nehmen Säuglinge und Kleinkinder mit geringem Körpergewicht unter Umständen schnell relativ große Mengen davon auf.

Bei Kindern bis elf Jahren sollten Eltern den Tee sehr zurückhaltend und nur in kleinen Mengen geben. Stillende Frauen sollten ebenfalls vollständig darauf verzichten.

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