Das Hantavirus wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Beim Anden-Typ des Virus sind jedoch auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich. / © Getty Images/Eugene Mymrin
Bei den Hantavirus-Fällen bei einer Atlantik-Kreuzfahrt geht die Weltgesundheitsorganisation WHO von Infektionen von Mensch zu Mensch aus. Das sagte WHO-Expertin Maria Van Kerkhove bei einer Pressekonferenz in Genf. Das Hantavirus wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. Doch bei dem Anden-Typ des Virus, der in diesem Fall vermutet wird, seien auch Infektionen zwischen Menschen bei engem Kontakt möglich, erklärte die Epidemiologin. Bislang sind nur in einem kleinen Teil der Fälle Hantaviren gesichert nachgewiesen worden. Laboruntersuchungen zu den übrigen Infektionen und zum genauen Typ des Virus laufen.
Das Hantavirus wird üblicherweise durch Ausscheidungen von Nagetieren übertragen. / © Getty Images/Andyworks
Das betroffene kleine Kreuzfahrtschiff »Hondius« mit insgesamt 150 Menschen an Bord war vom Süden Argentiniens aufgebrochen und ankert derzeit vor Cap Verde. Die Weltgesundheitsorganisation WHO vermutet, dass die Infektionskette von dem mittlerweile verstorbenen niederländischen Ehepaar ausging, das sich vor der Einschiffung in Argentinien noch an Land angesteckt haben könnte. Van Kerkhove wies darauf hin, dass viele Passagiere der Expeditions-Kreuzfahrt Wildtier-Beobachtungen und ähnliche Aktivitäten unternommen haben.
Die weitere Übertragung könnte dann an Bord zwischen Personen passiert sein, etwa in Kabinen, sagte Van Kerkhove. Sie schloss nicht aus, dass die Infektionen auch von Nagetieren auf afrikanischen Inseln stammen könnten, die im Zuge der Kreuzfahrt angefahren wurden. Laut Schiffsbetreiber seien keine Ratten an Bord, so die WHO-Expertin.