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Gamma-GT
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Hoher Leberwert bedeutet auch Gefahr fürs Herz

Der Blutwert Gamma-GT ist ein klassischer »Leberwert«, über den sich Aussagen zum Zustand der Leber und der Galle treffen lassen. Aber nicht nur darüber: ein erhöhtes Gamma-GT kann auch andere Erkrankungen anzeigen.
AutorKontaktIsabel Weinert
Datum 20.04.2026  12:00 Uhr

Die Gamma-Glutamyltransferase (GGT oder Gamma-GT) dient im Eiweißstoffwechsel des Körpers als bedeutsames Enzym und kommt fast überall im Körper vor – besonders in der Leber, den Nieren, Gallengängen, der Bauchspeicheldrüse und dem Darm. Das Enzym, von dem es einige genetische Varianten gibt, ist entscheidender Mitspieler, um das zelluläre Gleichgewicht aufrechtzuerhalten.

So reguliert GGT im Zusammenspiel mit anderen Faktoren oxidativen Stress und den Abbau freier Radikale, indem es das bedeutsame Antioxidans Glutathion und seine Konjugate abbaut. Der limitierende Baustein für die Synthese von Glutathion, die Aminosäure Cystein, wird dann wieder in die Zelle eingeschleust. GGT spielt zudem eine Rolle im Metabolismus von Leukotrienen, Karzinogenen und giftigen Susbtanzen.

In das Blutplasma gelangt das Enzym in größeren Mengen nur, wenn es irgendwo im Organismus Probleme gibt, besonders in der Leber, den Gallengängen, aber auch im Herz-Kreislauf-System. Und sogar Medikamente wie Antidepressiva, Antiepileptika sowie Schilddrüsenmedikamente und auch Virusinfekte können den sensiblen Marker ansteigen lassen.

GGT immer im Kontext betrachten

Mediziner bestimmen GGT aus dem Blut von Patienten, wenn sie etwas über den Gesundheitszustand der Leber und der Gallenwege erfahren möchten. Wenn Patienten den Wert erfahren, erklären Mediziner in der Regel, dass es sich dabei immer nur um eine Momentaufnahme handelt, deren gesundheitliche Aussage in den Kontext der anderen Blutwerte und der Krankengeschichte des Patienten eingeordnet werden muss. 

Ein erhöhtes GGT kann folgende Erkrankungen der Leber anzeigen:

  • Leberzirrhose
  • Fettleber
  • Hepatitis (akute, chronische viral oder autoimmun bedingt)
  • Gallenstau
  • Metastasen in der Leber
  • chronisch überhöhter Alkoholkonsum

Chronisch überhöhter Alkoholkonsum gilt zwar als der häufigste Grund für stark erhöhte GGT-Werte, Ärzte passen aber darauf auf, den Wert nicht automatisch dieser Ursache zuzuordnen. Denn immer wieder hat ein zu hoher Wert nichts mit Alkoholkonsum zu tun.

Vielmehr zeigt isoliert erhöhtes GGT – und das bereits im oberen Normbereich –, ohne dass auch andere Leberwerte erhöht wären, entzündliche Prozesse im Körper an und markiert eine erhöhte Sterblichkeit. Denn unter bestimmten Umständen wirkt das Enzym pro-, statt antioxidativ und fördert entzündliche Prozesse.

Darüber nimmt Arteriosklerose zu und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen und akute Herz-Kreislauf-Ereignisse wie Herzinfarkt, Schlaganfall, Herzinsuffizienz und plötzlicher Herztod steigen an. Erhöhtes GGT aktiviert zudem das Immunsystem in der Art, dass mehr entzündungsfördernde Zytokine freigesetzt werden.

Erhöhte GGT-Werte beobachten

Im Rahmen des Metabolischen Systems, das selbst erheblich die Gefahr für Herz und Kreislauf erhöht, kommen hohe GGT-Werte häufig vor. Bereits leicht erhöhte Werte sollten deshalb aufmerken lassen und auf jeden Fall nach etwa zwei bis drei Monaten erneut kontrolliert werden.

Liegt das GGT bereits bei einer ersten Bestimmung um mehr als das Doppelte über dem Normbereich, sollte der Arzt direkt weiterführende Untersuchungen einleiten. Ein isoliert erhöhtes GGT ist also ein deutliches Warnsignal, kann bereits auch bei jüngeren Menschen auftreten und sollte nie als Bagatelle abgetan werden. PTA können auf diese Zusammenhänge hinweisen, sollten Patienten in der Apotheke erzählen, all ihre Leberwerte seien gut, nur das GGT liege etwas zu hoch. 

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