| Isabel Weinert |
| 21.07.2026 10:00 Uhr |
Das Gewebe um ein künstliches Gelenk reagiert nur sehr selten im Sinne einer allergischen Reaktion auf die verwendeten Metalle. / © Adobe Stock/Siam
Diese Sorge vor einer sogenannten Implantat-Allergie übertreffe zumeist das tatsächlich vorhandene Risiko, weil eine Kontaktallergie, die sich auf der Haut abspielt, nicht automatisch eine Unverträglichkeit gegen ein Implantat bedeute. Darauf weist die AE – Deutsche Gesellschaft für Endoprothetik hin.
»Eine positive Reaktion auf Modeschmuck oder ein auffälliger Epikutantest bedeutet zunächst nur, dass eine Sensibilisierung der Haut vorliegt«, erklärt in einer Pressemitteilung Professor Dr. Georgi Wassilew, Generalsekretär der AE. Denn eine allergische Reaktion auf ein künstliches Gelenk, eine sogenannte periimplantäre Hypersensitivität, unterscheidet sich komplett von klassischen Kontaktallergien.
Bei einer Implantat-Allergie handelt es sich um eine immunologische Antwort im umgebenden Gewebe, bei der Kontaktallergie löst der direkte Hautkontakt mit den Metallen die Allergie aus. Deshalb bringen auch routinemäßige Allergietests vor einer Operation für einen Gelenkersatz keinen Nutzen. Sie können nicht sicher anzeigen, ob später im Gewebe eine Reaktion stattfindet oder nicht.
Aus diesem Grund empfiehlt die AE ein gestuftes Vorgehen: