| Isabel Weinert |
| 04.09.2026 14:00 Uhr |
Schlafen Kinder nachts nicht gut, sollten Eltern besser nicht selbst behandeln. / © Adobe Stock/Fabio Principe
Das wollten die Forschenden Dr. Alen Juginović und Dr. Adam Rodman von der Harvard Medical School, Boston, USA, klären und führten mit 684 Kindern, die an ein pädiatrisches Schlaflabor überwiesen wurden, eine statistische Untersuchung zu einem festen Zeitpunkt durch, bei der nichtexperimentelle Gruppen miteinander verglichen werden. Der Vergleich ähnlicher Menschen mit und ohne die Maßnahme hilft, deren Wirkung zu messen. In diesem Fall verglichen die Wissenschaftler 342 ambulante Melatonin-Nutzer mit 342 Nicht-Nutzern. Das ist von Bedeutung, weil für Melatonin als Nahrungsergänzungsmittel (NEM) keine Studien nach wissenschaftlichen Maßstäben existieren, die Kinder und Jugendliche betreffen. Ob das Mittel diesen Altersgruppen also schaden kann, muss dringend geklärt werden.
Bewertet wurden die REM-Phasen sowie 14 weitere polysomnografische Schlafmaße. Es zeigte sich, dass der Einsatz von Melatonin die REM-Phasen moderat reduzierte. Aus Sicht der Forschenden ist das jedoch kein Grund zum Aufatmen, denn REM-Phasen sind von großer Bedeutung. Laut Azizi Seixas von der Miller School of Medicine, Miami, USA, brauchen Kinder diese Schlafphasen dringend für ihre Entwicklung, denn REM-Schlaf beeinflusst das emotionale Gedächtnis, die affektive Verarbeitung, Lernen und die Plastizität der Hirnentwicklung, so der Wissenschaftler. Um die Sicherheit von Melatonin für Kinder und Jugendliche zu klären, seien prospektive Studien nötig, zu denen Hersteller von NEM allerdings nicht verpflichtet werden können.