Besser auf dem Sofa als im Bett: Wer mittags im Bett schläft, zeigte tendenziell höhere Blutdruckwerte als Personen mit einem Nickerchen auf Sofa oder Sessel. / © Getty Images/Catherine Falls Commercial
Die Wissenschaftler untersuchten mehr als 3.000 Erwachsene aus der spanischen Region Murcia und analysierten dabei den Zusammenhang zwischen Mittagsschlaf, Körpergewicht und verschiedener Stoffwechselparameter. Das Ergebnis: Nicht jeder Mittagsschlaf wirkt gleich.
Während kurze Power-Naps unauffällig blieben, zeigte sich bei längeren Schläfchen ein klarer Trend. Wer regelmäßig länger als 30 Minuten schläft, hat häufiger einen erhöhten Body-Mass-Index (BMI), einen größeren Taillenumfang sowie erhöhte Blutzucker- und Blutdruckwerte.
Die Studienautoren betonen allerdings, dass längere Siestas häufig mit Lebensgewohnheiten einhergehen, die die Stoffwechselgesundheit zusätzlich beeinträchtigen können. Dazu zählten unter anderem:
Diese Faktoren könnten erklären, warum längere Mittagsschläfchen mit einem erhöhten Risiko für Übergewicht und Stoffwechselprobleme einhergehen.
Ganz anders sieht es bei kurzen Nickerchen aus. Wer sich mittags nur kurz ausruht, hat laut Studie kein erhöhtes Risiko für Fettleibigkeit oder Stoffwechselstörungen. Auch der Blutdruck bleibt häufiger im gesunden Bereich. Kurze Power-Naps gelten schon länger als hilfreich für Konzentration und Leistungsfähigkeit. Die neuen Ergebnisse deuten darauf hin, dass sie auch gesundheitlich unbedenklich sind – möglicherweise sogar Vorteile bieten.
»Diese Studie zeigt, wie wichtig es ist, die Länge der Siesta zu berücksichtigen. Sie wirft die Frage auf, ob kurze Nickerchen möglicherweise Vorteile bieten. Viele Institutionen erkennen die Vorteile kurzer Power-Naps an, vor allem für die Arbeitsproduktivität, aber zunehmend auch für die allgemeine Gesundheit«, sagte Prof. Dr. Frank Scheer vom Brigham and Women's Hospital in Boston.
Ein Mittagsschlaf muss also kein Gesundheitsrisiko sein – im Gegenteil. Wer ihn kurz hält, kann neue Energie tanken, ohne negative Folgen für Stoffwechsel oder Gewicht zu befürchten. Entscheidend ist die Dauer: Weniger als 30 Minuten scheinen der bessere Weg zu sein.