Die niederländische Vorschrift sieht Glycerol 85 % als Basis der Lösung vor. (Symbolbild) / © Getty Images/Luis Alvarez
Bislang wurden Fertigarzneimittel für die Herstellung verwendet. Inzwischen ist Lorazepam jedoch als Rezeptursubstanz erhältlich, wie das DAC/NRF schreibt. Der Anbieter des Ausgangsstoffs wurde in den Online-Bezugsquellennachweis aufgenommen.
Eine NRF-Vorschrift oder -Stammzubereitung existiert für Lorazepam nicht. Im Rezepturhinweis zu dem Benzodiazepin ist jedoch eine im niederländischen Formularium (FNA) standardisierte vorwiegend glycerolische Lösung (»Lorazepam-Lösung 1 mg/ml«) beschrieben, die mit der Rezeptursubstanz hergestellt werden kann. Zusätzlich finden sich dort Informationen zur Zubereitung inklusive Herstellungstechnik und Haltbarkeit. Die Aufbrauchfrist der Lösung ist im Rezepturenfinder mit sechs Monaten bei Lagerung im Kühlschrank (2 bis 8 °C) sowie einem Monat bei Raumtemperatur beschrieben. Die Vorschrift wurde auch in die Datenbank »PaedForm« aufgenommen (»Lorazepam 1 mg/mL Oral Solution«).
Darüber hinaus können wässrige Lösungen und Suspensionen aus Fertigarzneimitteln wie Lorazepam-Injektionslösung oder Tabletten hergestellt werden. Informationen dazu gibt es ebenfalls im DAC/NRF-Rezepturhinweis. Für Suspensionen könne man – orientiert an den schwach sauren Suspensionsgrundlagen, die in den USA verwendet werden – die »Grundlage für Suspensionen zum Einnehmen« (NRF S.52.) als Basis nehmen, schreiben die Rezepturexperten. Es empfehle sich, die Aufbrauchfrist aufgrund ungeprüfter Stabilität auf vier Wochen zu begrenzen.
Lorazepam gehört zur Gruppe der Benzodiazepine und wird – unter strenger Indikationsstellung und zeitlich begrenzt – als Sedativum und Anxiolytikum eingesetzt. Im Rezepturhinweis »Lorazepam« weist das DAC/NRF darauf hin, dass nach dem plötzlichen Absetzen Entzugserscheinungen möglich sind. Der Arzneistoff birgt ein Abhängigkeits- und Missbrauchspotenzial.
Den Bedarf an Rezepturherstellungen beschreibt das DAC/NRF wie folgt: Rezepturarzneimittel können zum ausschleichenden Entzug benötigt werden sowie für bestimmte Personengruppen in der Dosierung 0,125 mg, 0,25 mg und 0,75 mg, für die es kein Fertigarzneimittel gibt oder für die es nicht möglich ist, Tabletten zu teilen.