| Verena Schmidt |
| 01.06.2026 16:00 Uhr |
Neben der NET stehen für starke Raucher auch verschreibungspflichtige Medikamente zur Rauchentwöhnung zur Verfügung. Bei Vareniclin (Champix®), das in bestimmten Fällen nun ebenfalls von der GKV erstattet wird, handelt es sich um einen partiellen Agonisten an bestimmten Nikotin-Rezeptoren im Gehirn, an die auch das Nikotin aus dem Tabakrauch bindet. Vareniclin stimuliert die Rezeptoren leicht und lindert so Entzugssymptome und das Verlangen nach Zigaretten. Außerdem blockiert es die Wirkung von Nikotin aus Zigaretten, das Rauchen ist dann weniger befriedigend.
In einem Cochrane-Review schnitt Vareniclin auch im Vergleich zu anderen medikamentösen Optionen gut ab. Es kann die Chancen für einen erfolgreichen Rauchstopp im Vergleich zu Placebo mehr als verdoppeln und es wirkt auch besser als eine Mono-NET, also zum Beispiel nur Kaugummi oder nur Pflaster.
Cytisin (Asmoken®) ist ebenfalls ein partieller Nikotinrezeptoragonist. Laut dem Cochrane-Review gibt es bezüglich der Wirksamkeit keine großen Unterschiede zu Vareniclin; womöglich treten sogar seltener schwerwiegende unerwünschte Arzneimittelwirkungen auf als bei Vareniclin. Allerdings gibt es noch vergleichsweise wenig Daten, es besteht weiter Forschungsbedarf. Das Antidepressivum Bupropion ist ebenfalls eine Alternative zum Rauchstopp – es gilt allerdings als schlechter wirksam als Vareniclin oder als eine Kombi-NET.
(aus unserem Archiv, im Original erschienen am 12.12.2024)