| Caroline Wendt |
| 20.03.2026 16:00 Uhr |
Leidenszeit im Frühling: Bei Asthma-Patienten können Allergene wie etwa Pollen die Entzündung in den Atemwegen auslösen oder verstärken. / © Getty Images/miljko
Eine Entzündung der Bronchien entsteht beim Asthma bronchiale nicht allein aufgrund einer genetischen Veranlagung. In der Regel wird sie durch äußere Einflüsse ausgelöst oder verstärkt – etwa durch Allergene wie Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare oder durch nicht allergene Reize wie Tabakrauch, Luftverschmutzung oder Infektionen. Oft spielen bei einem Patienten verschiedene Reize eine Rolle.
Häufig entwickelt sich im Verlauf aus einem zunächst allergischen Asthma eine gemischte Form, bei der neben Allergenen auch unspezifische Reize, beispielsweise kalte Luft, körperliche Anstrengung oder Parfüm, einen Asthmaanfall auslösen können. Auch Adipositas gilt als unabhängiger Risikofaktor: Sie erhöht nicht nur das Erkrankungsrisiko, sondern geht oft mit schwereren Verläufen und einem schlechteren Therapieansprechen einher.
Asthma bronchiale beginnt oft schon in der Kindheit oder frühen Jugend. Gemäß dem Lungeninformationsdienst erkranken Jungen 1,5 bis 2-mal häufiger als Mädchen – insbesondere im Vorschul- und Grundschulalter. Die Tatsache, dass Jungen im Verhältnis zu ihrer Lungengröße kleinere Atemwege als Mädchen haben, kann die Entstehung von Asthma und dessen Vorstufen begünstigen.
Im jungen Erwachsenenalter sind dann etwa gleich viele Frauen und Männer betroffen, bis dann im mittleren und höheren Lebensalter die Asthmatikerinnen leicht überwiegen (9,1 Prozent versus 7 Prozent Männer). Gründe für das Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern sind anatomische, hormonelle und soziale Faktoren. So kann beispielsweise Estrogen die Empfindlichkeit der Atemwege erhöhen und sie dadurch anfälliger für Allergien und Asthma machen. Testosteron scheint dagegen tendenziell einen eher schützenden Effekt zu haben.
Bei allergischem Asthma liegt häufig eine familiäre Veranlagung vor, die auf verschiedenen genetischen Faktoren beruht. Das Grundrisiko für Asthma liegt je nach Region und genetischer Zusammensetzung der Bevölkerung im Durchschnitt bei etwa 10 Prozent, kann jedoch variieren. Ist ein Elternteil an Asthma erkrankt, erhöht sich dieses Risiko auf etwa 30 Prozent; sind beide Eltern betroffen, steigt es auf rund 60 Prozent.
Oft geht dem allergischen Asthma eine Allergie voraus, die sich zunächst durch laufende Nase und juckende Augen äußert. / © Getty Images/Yuliia Kokosha
Die Erkrankung ist oft mit anderen allergischen Erkrankungen und/oder Erkrankungen aus dem atopischen Formenkreis wie der atopischen Dermatitis vergesellschaftet. Doch nicht jedes Kind mit atopischer Dermatitis entwickelt zwangsläufig eine allergische Rhinitis (Heuschnupfen) oder ein allergisches Asthma. Der klassische »atopische Marsch« – also die Abfolge von Neurodermitis über Rhinitis bis hin zu Asthma – kommt Experten zufolge nur bei etwa 3 Prozent der Säuglinge mit atopischer Dermatitis vor.
Obwohl sich ein allergisches Asthma auch unabhängig von einem Heuschnupfen entwickeln kann, ist eine allergische Rhinitis jedoch ein unabhängiger Risikofaktor für die spätere Entwicklung eines Asthmas. Eine konsequente Therapie ist daher sinnvoll, um die Entzündung der Atemwege zu kontrollieren und die Wahrscheinlichkeit eines Etagenwechsels – also einer Ausweitung der Erkrankung von den oberen auf die unteren Atemwege – zu verringern. In der aktuellen S2k-Leitlinie zur fachärztlichen Diagnostik und Therapie von Asthma (2023) der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie und Beatmungsmedizin heißt es, dass Kinder mit Heuschnupfen von einer Hyposensibilisierung (Allergenimmuntherapie, AIT) profitieren. Das Risiko eines Etagenwechsels kann sich dadurch deutlich verringern.