| Juliane Brüggen |
| 08.09.2026 14:00 Uhr |
Beim Deutschen Apothekertag entscheiden die Delegierten über die Positionen und Ziele der Apothekerschaft. / © PZ/Alois Müller
In einer Woche beginnt der Deutsche Apothekertag (DAT) in München. Mehr als 300 Delegierte aus 17 Apothekerkammern und -verbänden werden über die Positionen des Berufsstandes beraten und Entscheidungen für die künftige Ausrichtung treffen. Zur DAT-Eröffnung am 15. September wird auch der neue Bundesgesundheitsminister Carsten Linnemann (CDU) mit einem Grußwort erwartet.
Zu den Themen gehören in diesem Jahr unter anderem die Rolle der Apotheken in der Primärversorgung, pharmazeutische Dienstleistungen, Digitalisierung, Krisenpharmazie, die Eingrenzung des Versandhandels sowie die Honorierung und Befreiung der Apotheken aus der »Inkassofunktion«.
Aber auch »Ausbildung und pharmazeutische Kompetenz« stehen auf der Tagesordnung. Ein Antrag der Landesapothekerkammer (LAK) Hessen beschäftigt sich mit der PTA-Ausbildung. Die Hauptversammlung soll demnach beschließen, die Ausbildung weiterzuentwickeln »und hierfür insbesondere die regelmäßige Zusammenarbeit und Vernetzung zwischen PTA-Schulen, Apothekenpraxis, Kammern und weiteren Beteiligten strukturell zu stärken.« Auch eine Modernisierung und Flexibilisierung der Ausbildungsmodelle bringt die LAK Hessen auf den Tisch.
Als Begründung nennt sie die wachsenden Anforderungen an PTA und neue Herausforderungen bei der Ausbildung wie Digitalisierung, pharmazeutische Dienstleistungen, zunehmende Beratungskompetenz und Fachkräftemangel. Die Ausbildung sei zentral, um die wohnortnahe Versorgung mit Arzneimitteln zu sichern.
Eine Möglichkeit, um die Ausbildung zu modernisieren, sieht die Kammer in der stärkeren Vernetzung aller beteiligten Stellen. Außerdem sollen neue Ausbildungswege geprüft werden, »insbesondere berufsbegleitende oder duale Modelle«. Dabei verweist die LAK auf die bewährten Strukturen der PKA-Ausbildung. Dies könne dazu beitragen, Theorie und Praxis besser zu verknüpfen und den Beruf für neue Zielgruppen interessant zu machen. Auch digitale Lehr- und Lernformate könnten zur Attraktivität beitragen.
»Die Apothekerschaft sollte die Weiterentwicklung der PTA-Ausbildung aktiv mitgestalten, um den Beruf nachhaltig zu stärken und dem zunehmenden Fachkräftemangel wirksam entgegenzuwirken«, schließt die Kammer in der Antragsbegründung.
Die PTA-Ausbildung war schon mehrfach Thema beim DAT, zum Beispiel die Forderung nach Schaffung einer gesetzlichen Grundlage für eine Ausbildungsvergütung, die wiederholt Zustimmung fand. Anträge, die sich für die Umstellung auf eine duale Ausbildung aussprachen, wurden bisher abgelehnt.
In zwei weiteren Anträgen werden PTA genannt: Die Apothekerkammer Nordrhein (AKNR) möchte im Zuge ihres Antrags zum Bürokratieabbau beim Impfen in der Apotheke unter anderem »klare Regeln für den Einsatz gut geschulter PTA«. Die Aufgabenverteilung müsse rechtssicher geregelt werden und praxistauglich sein.
Nach einem Antrag des ABDA-Vorstands soll die Hauptversammlung außerdem beschließen, Ergänzungs- und Korrekturbedarf hinsichtlich der Apothekenreform rechtzeitig anzugehen. Dabei wird die PTA-Vertretung genannt, die der Antragsbegründung zufolge neben Zweigapotheken mittel- und langfristig die bewährte Struktur der inhabergeführten öffentlichen Apotheken beschädigen könne.