| Katja Egermeier |
| 04.09.2026 08:00 Uhr |
Einer repräsentativen Umfrage zufolge haben 73 Prozent der Menschen in festen Beziehungen vor dem ersten gemeinsamen Sex nicht über STI gesprochen. / © Getty Images/Business
Wie es um das Wissen der deutschen Bevölkerung zur sexuellen Gesundheit bestellt ist, ging das BIÖG in seiner repräsentativen »LIEBESLEBEN«-Studie im Dezember 2023 nach. Dafür wurden 4640 Menschen ab 16 Jahren unter anderem zu Safer Sex und STI befragt. Und es zeigte sich: Von einer vorgegebenen Liste mit STI kannten die meisten Befragten HIV/Aids (89 Prozent), Gonorrhö (83 Prozent) und Syphilis (82 Prozent). Chlamydien waren dagegen nur 60 Prozent bekannt. Gleichzeitig hatten 73 Prozent der Menschen in festen Beziehungen nach eigenen Angaben vor dem ersten gemeinsamen Sex nicht über STI gesprochen. Von denjenigen, die keine Kondome verwendet hatten, gingen 62 Prozent davon aus, dass beide keine sexuell übertragbare Infektion haben.
Gerade hier liegt laut BIÖG ein Problem: Viele STI verursachen keine oder nur leichte Beschwerden und bleiben deshalb häufig lange unentdeckt. Doch nicht nur die Annahme, man könne eine Infektion erkennen, ist ein Mythos. Auch über Ansteckung, Schutz und Behandlung kursieren zahlreiche Falschannahmen. Die wichtigsten 10 Mythen im Faktencheck:
Fakt: Jeder sexuell aktive Mensch kann eine STI haben. Ob jemand infiziert ist, lässt sich weder am Aussehen noch am allgemeinen Gesundheitszustand erkennen. Gerade Chlamydien, die zu den häufigsten STI gehören, lösen häufig keine oder nur sehr leichte Symptome aus. Viele Betroffene wissen daher nichts von ihrer Infektion und geben diese unbemerkt weiter.
Unbehandelt kann eine Chlamydien-Infektion jedoch schwere Folgen haben und beispielsweise zu Unfruchtbarkeit führen. In selteneren Fällen können die Bakterien auch Gelenkentzündungen verursachen. Eine Chlamydien-Infektion kann zudem das Risiko erhöhen, sich beim ungeschützten Sex mit HIV anzustecken.