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Mücken und ihre Viren
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Neue Pandemie im Anflug

Stechmücken aller Art verbreiten sich in unserer globalen und durch Klimawandel belasteten Welt rasant. Deshalb schätzen WHO-Experten, dass die nächste Pandemie wahrscheinlich durch ein von ihnen mitgebrachtes Virus ausgelöst wird. Welche Viren übertragen die Mücken hierzulande und wie können Reisende helfen, ihre Ausbreitung einzudämmen?
AutorKontaktElke Wolf
Datum 17.05.2024  15:00 Uhr

Vakzine nicht für jeden

Mit Dengvaxia® gibt es bereits seit 2018 einen Dengue-Impfstoff, allerdings nur für Menschen, die bereits eine Dengue-Infektion durchgemacht haben und in einem Endemiegebiet leben. Mit Qdenga® ist seit gut einem Jahr ein lange erwarteter tetravalenter abgeschwächter Lebendimpfstoff auf dem Markt. Die Brasilianer etwa hätten mit einer Massenimpfkampagne begonnen, berichtete Jelinek.

Laut der Fachinformation kann der neue Impfstoff auch bei Personen ohne vorherige Infektion eingesetzt werden. Etwas überraschend empfahl die Ständige Impfkommission (STIKO) Qdenga Ende letzten Jahres jedoch nicht als generelle Dengue-Prävention. Sie rät nur zur Impfung bei Personen ab vier Jahren, die in der Vergangenheit eine labordiagnostisch gesicherte Dengue-Infektion durchgemacht haben. Diese sollten den Impfstoff vor Reisen in Endemiegebiete mit erhöhtem Ansteckungsrisiko oder bei gezielten Tätigkeiten mit Dengue-Viren außerhalb von Endemiegebieten erhalten. Eine vollständige Impfserie besteht aus zwei Dosen im Mindestabstand von drei Monaten.

Die STIKO spricht derzeit keine allgemeine Impfempfehlung für Personen aus, die noch nie mit dem Dengue-Virus infiziert waren, da momentan nicht ausgeschlossen werden kann, dass bei diesen Personen eine erste Infektion nach der Impfung mit einem schweren Krankheitsverlauf einhergeht. Jelinek kommentierte das mit den Worten: »Diese Lebendimpfung zeigt hohe Effektivitätsdaten. Gleichzeitig wurde in der Nachbeobachtungsperiode von nunmehr mehr als 6 Jahren kein Sicherheitssignal gesehen. Die Auslösung von Komplikationen bei Kontakt mit dem Wildvirus ist für Geimpfte also nicht zu befürchten. In der reisemedizinischen Praxis hat dieser Impfstoff einen hohen Stellenwert.« Er wies jedoch darauf hin, dass »die Wirksamkeit über einen Zeitraum von drei Jahren abnimmt. Eine Booster-Impfung könnte dem entgegenwirken.«

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