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Berufsbedingte Ekzeme
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Prävention braucht viel Handarbeit

Häufig Kontakt zu Wasser, langes Tragen von Handschuhen, mechanische Beanspruchung: Dann ist die Barrierefunktion der Haut schnell am Limit. Die aktualisierte Leitlinie betont, wie wichtig geeignete Hautschutz- und Pflegepräparate sind, um Belastungen am Arbeitsplatz besser wegstecken zu können und Handekzemen vorzubeugen.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 02.04.2026  16:00 Uhr

Pflege nicht gleich Schutz

Cave: Urea fungiert auch als Penetrationsverstärker und kann deshalb die Aufnahme in die Haut verbessern. Die Leitlinie weist darauf hin, dass solche Zubereitungen unter Umständen aber auch den Transport von Schadstoffen in die Haut fördern könnten. Deshalb eignen sich solche Handbalsame nur zur rückfettenden Pflege nach beendeter Arbeit und in der Freizeit.

Hautschutzmittel dagegen werden vor hautbelastenden Tätigkeiten, nach der Händereinigung oder nach Pausen angewandt und sorgen dafür, dass Schmutz- und Schadstoffe nicht so tief in die Haut eindringen können. Dieser Unterschied ist vielen Kunden nicht bewusst.

Ob ein berufliches Hautschutzmittel (zum Beispiel Excipial® Protect, Linola® Hand Forte, Cavilon® 3M Langzeit Hautschutz Creme) seinen Effekt erfüllt, hänge weniger von einzelnen Inhaltsstoffen ab als vielmehr von der Gesamtformulierung, heißt es in der Leitlinie. »Die Wirksamkeit eines Hautschutzmittels kann weder aufgrund einer theoretischen Betrachtung des jeweiligen galenischen Systems noch des pH-Wertes beurteilt werden.«

Zudem müssten Salben oder Cremes individuell angenehm sein und entsprechend der Exposition ausgewählt werden. Auch das Einziehvermögen und die Kompatibilität mit den beruflichen Tätigkeiten sei zu beachten, also etwa die Herabsetzung der Griffigkeit und des Korrosionsschutzes eines Werkstücks in der Metallverarbeitung sowie Fingerabdrücke auf empfindlichen Werkstücken. Manchmal vertragen sich auch Inhaltsstoffe nicht mit flüssigkeitsdichten Handschuhen.

Lange galt der Grundsatz, dass zum Schutz gegen wassermischbare Noxen und Feuchtarbeit ausschließlich auf lipophile Formulierungen wie W/O-Emulsionen oder Oleogele zurückzugreifen sei – und umgekehrt bei Arbeitsstoffen, die nicht wassermischbar sind, auf hydrophile O/W-Emulsionen oder Suspensionssalben. Davon sei man abgekommen, zumal Tiermodelle belegten, dass einzelne Hautschutzprodukte zum Beispiel die Hautirritation durch Kühlschmiermittel oder Toluol sogar verstärken können.

Die Leitlinienautoren raten dazu, Auslobungen kritisch zu hinterfragen. Ein »flüssiger Handschuh« sei jedenfalls nicht nachzuvollziehen. Mit einer Fingertip Unit (FTU) pro Hand - gemessen von der Fingerspitze bis zur distalen Interdigitalfalte – lasse sich ausreichend Schutz erzielen.

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