| Barbara Döring |
| 13.07.2026 16:00 Uhr |
Ein wichtiges Ziel bei der COPD ist es, eine Mangelernährung und Untergewicht, die mit einer verschlechterten Prognose einhergehen, zu vermeiden. Untergewichtige Patienten sollten mithilfe einer erhöhten Kalorienzufuhr und gegebenenfalls einer Ernährungs-Supplementierung eine Gewichtszunahme erreichen oder zumindest das Gewicht stabilisieren.
Bei COPD-Patienten gilt ein BMI-Wert unter 21 kg/m² als prognostisch ungünstig. Auch starkes Übergewicht mit einem BMI über 30 kg/m² sollte vermieden werden, da übergewichtige Patienten durch die höhere körperliche Belastung mehr Atemarbeit leisten müssen.
Um bei Untergewicht Muskel- und Fettmasse aufzubauen, muss der tägliche Kalorienbedarf des Patienten abgedeckt sein – noch günstiger wäre es, zusätzliche Kalorien zuzuführen. Dafür eignen sich hochkalorische Mahlzeiten, die möglichst in mehreren kleinen Portionen über den Tag verteilt verspeist werden. Das ist günstiger, da der Magen sich weniger weitet und nicht wie bei großen Mahlzeiten auf die Lunge drückt. Als hochkalorisch gelten Lebensmittel mit einer Energiedichte von mehr als 225 kcal pro 100 Gramm. Speisen lassen sich zum Beispiel mit Butter, Sahne, Öl oder Nüssen anreichern. Der Arzt kann zudem Patienten, die ungewollt zu viel Gewicht verloren haben und untergewichtig und schwach sind, eine kalorienreiche Zusatznahrung verordnen.
Bei COPD-Patienten mit Untergewicht sollten hochkalorische Speisen im Vordergrund stehen. Um die Energiedichte der Ernährung zu erhöhen, eignen sich folgende Lebensmittel:
Quelle: COPD – Deutschland e. V.
Der wichtigste Nährstoff, um Muskeln zu erhalten und aufzubauen, ist Eiweiß. COPD-Patienten wird aufgrund der oft verringerten Muskelmasse eine höhere Eiweißzufuhr empfohlen. Eiweiß ist zudem für die Funktion des Immunsystems wichtig. Fehlt Eiweiß in der Ernährung, holt es sich der Körper aus den Muskeln. Um Muskelmasse zu erhalten und aufzubauen, sind etwa 1,6 g Eiweiß pro Kilogramm Körpergewicht erforderlich. Ein 60 kg schwerer COPD-Patient benötigt demnach etwa 96 g Eiweiß täglich. Dafür sollte in jeder Mahlzeit ein eiweißreiches Lebensmittel vorkommen, etwa mageres Fleisch, Fisch, Eier oder Milchprodukte (bei Untergewicht die fettreiche Variante), Hülsenfrüchte, Nüsse, Kerne, Samen, Vollkornprodukte oder Haferflocken.
Wie gut Eiweiß vom Körper verwertet wird, hängt von der Kombination der Lebensmittel ab. Tierisches Eiweiß hat oft eine höhere biologische Wertigkeit als pflanzliches Eiweiß. Die richtigen pflanzlichen Kombinationen können jedoch die Wertigkeit erhöhen. Ideale Kombinationen, um Muskelmasse aufzubauen, sind Getreide und Milchprodukte (Brot oder Nudeln mit Käse), Getreide und Ei (Pfannkuchen, Getreidebratlinge) sowie Kartoffeln und Ei oder Milchprodukte (Kartoffelpüree mit Rührei, Pellkartoffeln mit Quark).
Nur wenn es schmeckt, wird gut gegessen. Untergewichtige Patienten sollten sich deshalb ruhig häufiger ihre Leibspeise oder den Lieblingssnack gönnen. Leere Kalorien in Form von Fast Food, Süßigkeiten oder Gebäck sollten allerdings die Ausnahme bleiben, denn sie liefern keine wertvollen Nährstoffe und sind nicht zum Muskelaufbau geeignet. Auch Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe dürfen bei Mangelernährung nicht zu kurz kommen. Obst und Gemüse liefern davon reichlich, machen aber schnell satt. Sie sollten deshalb immer mit kalorienreichen Lebensmitteln kombiniert werden, zum Beispiel Salat und Käse, Obst und Sahnejoghurt oder Nüsse.