Das Robert-Koch-Institut (RKI) schätzt bis Ende Juni 2026 rund 5100 hitzebedingte Todesfälle in Deutschland. / © Adobe Stock/Corri seizinger
Die Hitzephase ab Mitte Juni hat nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) rund 5100 Menschen das Leben gekostet. Die Zahl der Hitzetoten übertrifft demnach damit schon zur Jahresmitte die Werte ganzer Vorjahre deutlich: 2023 bis 2025 waren es im Schnitt 2900 hitzebedingte Todesfälle pro Jahr.
Die Zahl der Hitzetoten stieg nach RKI-Schätzung in der Woche mit den besonders heißen Tagen vom 22. bis 28. Juni um 4310 an, wie aus den jüngsten beiden RKI-Berichten zur hitzebedingten Mortalität hervorgeht. Für die Zeit von April bis 21. Juni hatte das RKI 810 hitzebedingte Todesfälle geschätzt. Nach Auskunft einer RKI-Sprecherin gingen jedoch so gut wie alle dieser 810 Hitzetodesfälle auf die Woche vom 15. bis 21. Juni zurück.
Besonders betroffen waren auch in diesem Jahr ältere Menschen. Bis zum 28. Juni starben demnach geschätzt etwa 2950 Menschen im Alter von 85 Jahren oder mehr hitzebedingt. Bei den 75- bis 84-Jährigen waren es 1320 Menschen, bei den 65- bis 74-Jährigen geschätzt 550 Menschen und bei denen unter 65 Jahren etwa 300.
Nach RKI-Angaben könnten die Auswirkungen der extremen Hitze sogar noch größer sein, als sein Modell ergab. Dem Statistischen Bundesamt zufolge lag die Übersterblichkeit bei 6800 Fällen in der Hitzewoche vom 22. bis 28. Juni. Die Art der Berechnungen unterscheidet sich aber.
Ein Vergleich der Daten aus den Vorjahreszeiträumen (jeweils April bis 28. Juni) zeigt, wie hoch die Zahl der rund 5100 Hitzetoten in diesem Jahr ist: 2025 gab es laut RKI in dem Zeitraum 560 hitzebedingte Sterbefälle, 2024 waren es 470 und 2023 betrug die Zahl 810. Ältere Zahlen für den Vorjahreszeitraum liegen dem RKI nicht vor.
Die Unterschiede können dem RKI zufolge auf die unterschiedlich ausgeprägten Hitzeperioden zurückgeführt werden. Typischerweise gibt es laut RKI in Wochen mit einer mittleren Temperatur über 20 Grad deutlich höhere Sterblichkeitswerte als in kühleren Sommerwochen. Vom 22. bis 28. Juni lag die bundesweite Wochenmitteltemperatur dem RKI zufolge im Durchschnitt bei 26,4 Grad und damit weit oberhalb der Schwelle, ab der ein deutlicher hitzebedingter Anstieg der Sterblichkeit zu erwarten ist. In allen Bundesländern wurde in dieser Woche eine mittlere Temperatur über 20 Grad gemessen.