| Isabel Weinert |
| 22.07.2026 14:00 Uhr |
Kaffee gilt allgemein als gesund, das enthaltene Koffein könnte aber Schlaganfällen Vorschub leisten, für die Mediziner keine Ursache finden. / © Adobe Stock/william87
Immer mehr jüngere Menschen erleiden einen Schlaganfall, vor allem einen kryptogenen Insult, schreibt »Springer Medizin«. Auf der Suche nach möglichen Ursachen hat sich ein Team um Phillip Ferdinand von den University Hospitals of North Midlands in Stoke-on-Trent in Großbritannien Koffein als möglichem Trigger zugewendet. Beobachtungsstudien zeigen bereits einen möglichen Zusammenhang. Die Forschenden befragten in einer europaweiten Fall-Kontroll-Studie (»Secreto«) knapp 600 jüngere Menschen danach, was sie insgesamt sowie in den beiden Stunden vor dem erlittenen kryptogenen Schlaganfall getrunken hatten.
Dabei wurde der Koffeinkonsum der Patientinnen und Patienten vor dem Schlaganfall – besonders in den 24 Stunden davor – und in den ersten beiden Wochen nach dem (sehr milden) Schlaganfall mittels strukturiertem Fragebogen dokumentiert. Dann verglichen die Forschenden den allgemeinen Konsum der Patienten mit der Menge in den beiden Stunden vor dem Schlaganfall. Es zeigte sich, dass die Probanden ein bis zwei Stunden vor dem Ereignis ungewöhnlich häufig koffeinhaltige Getränke getrunken hatten. Springer Medizin schreibt: »Daraus ergibt sich in der ersten Stunde nach einer Tasse Kaffee rechnerisch ein signifikant um 73 Prozent erhöhtes Risiko für einen kryptogenen Schlaganfall, in den ersten beiden Stunden danach ist es mehr als verdoppelt«. Eine Kausalität lassen die Ergebnisse allerdings nicht zu, wie immer bei Fall-Kontroll-Studien.