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Fibromyalgie-Syndrom
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Schmerz in all seinen Facetten

Die Beschwerden des Fibromyalgie-Syndroms sind subjektiv und lassen sich nur schwer in ein Schema F pressen. Grundlegende Mechanismen dieser chronischen Schmerzerkrankung werden zwar immer besser, aber dennoch bislang nur in Ansätzen verstanden. Entsprechend unbefriedigend sind die Behandlungserfolge. Medikamente können helfen, aber nur als Teil einer multimodalen Therapie und individuell eingesetzt.
AutorKontaktElke Wolf
Datum 20.02.2026  16:00 Uhr

Cannabinoid-Hype

Wie schätzt Jakob Emrich die Wirksamkeit von Cannabinoiden in der Schmerztherapie ein? Schließlich hat der Einsatz von Cannabis zu medizinischen Zwecken vor allem in der Schmerztherapie zuletzt deutlich zugenommen. »Es gibt immer mehr Studien, die eine kurzfristige Schmerzlinderung bei Menschen mit Fibromyalgie dokumentieren. Die Daten zeigen aber auch, dass Cannabinoide wie alle anderen Therapiebausteine nur bei einem Teil der Patienten Effekte erzielen. Trotz dieser begrenzten Beweislage sehe ich in medizinischem Cannabis für die Praxis eine sichere Alternative für die medikamentöse FMS-Therapie.«

Er begründete diese mit einer besseren Verträglichkeit. Viele der Nebenwirkungen, die Antidepressiva und Antikonvulsiva mitbrächten, zeigten Cannabinoide nicht. »Wir beobachten deutlich weniger Nebenwirkungen auf den Gastrointestinaltrakt und weniger Auswirkungen auf das Gewicht. Vor allem wenn sie für eine bessere Nachtruhe eingesetzt werden, kommen die meisten Patienten damit gut zurecht und profitieren.«

Er forderte jedoch mehr einwandfreie Nachweise einer reproduzierbaren Wirkung; randomisierte kontrollierte doppeltverblindete Studien seien unabdingbar, um auch den Unterschied zwischen Cannabis als Vielstoffgemisch und isolierten Cannabinoiden deutlich zu machen (siehe Kasten). »Wir brauchen für medizinisches Cannabis endlich einen echten Medikamentenstatus, vorzugsweise mit der Indikation FMS.«

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