PTA-Forum online Avoxa
instagram facebook

Ablauf, Geräusche und Vorbereitung
-
So funktioniert ein MRT

Es ist eng und laut, jede Minute zieht sich wie Kaugummi. Ein MRT ist vielen Menschen unheimlich. Doch wie funktioniert so ein Gerät? Warum müssen Piercings unbedingt entfernt werden? Und woher kommen die Geräusche, die oft an ein experimentelles Set eines Techno-DJs erinnern? Ein Überblick.
AutorKontaktdpa
AutorKontaktPTA-Forum
Datum 07.05.2026  14:00 Uhr
Was passiert vor der Untersuchung — und warum ist Schmuck tabu?

Was passiert vor der Untersuchung — und warum ist Schmuck tabu?

Patienten müssen vorab einen umfangreichen Fragebogen ausfüllen. Darin müssen sie auch angeben, ob sich Metalle in ihrem Körper befinden — angefangen vom Herzschrittmacher über Ohrimplantate bis zu Schrauben vom letzten Ski-Unfall. Auf dieser Grundlage wird abgewogen: Ist eine MRT-Untersuchung überhaupt möglich? Müssen Vorsorgemaßnahmen getroffen werden?

Herzschrittmacher der neuesten Generation seien häufig zwar MRT-tauglich, würden aber durch den starken Magneten meist verstellt, sagt Schaeben. »Dann muss die Untersuchung besonders gut vorbereitet und überwacht werden und der Herzschrittmacher danach eventuell neu eingestellt.«

Übliche Zahnimplantate und Amalgam-Füllungen sind in der Regel kein Problem, Schmuck und Piercings müssen vor der Untersuchung entfernt werden. »Sonst besteht die Gefahr der Erhitzung und Verbrennung«, warnt der Radiologe. Auch BHs oder Gürtel müssen vor der Untersuchung abgelegt werden, weil sie metallische Teile enthalten. Nackt ausziehen muss man sich für die Zeit in der Röhre jedoch nicht.

Wann ist ein Kontrastmittel nötig — wann nicht?

Kontrastmittel können die Qualität des Bildmaterials verbessern, sind aber nicht immer notwendig. »Die meisten MRT-Untersuchungen — im Prinzip fast alle Gelenkuntersuchungen — laufen zumindest zunächst ohne Kontrastmittel«, sagt Radiologe Schaeben.

Bei Tumor-Fragestellungen, bei Kopfuntersuchungen oder bei Gefäßdarstellungen hingegen werden wenige Milliliter eines Kontrastmittels in die Vene gespritzt. Vorausgesetzt, es gibt keine bekannten Allergien darauf und keine gravierende Nierenfunktionsstörung. Deshalb müssen die Patienten zuvor aktuelle Blutwerte von ihrem Hausarzt mitbringen.

Warum ist das MRT-Gerät so laut?

Auf einer Liege wird man dann — meistens auf dem Rücken — in die Röhre gefahren. Für die Patienten gibt es zuvor noch Hinweise wie »Bitte während der Aufnahme nicht bewegen!« oder »Nicht erschrecken: Es wird laut klopfen und brummen!« Aber warum eigentlich?

»Die Spulen im Magnetgehäuse erzeugen ein mechanisches Geräusch, weil sie immer wieder das Magnetfeld verziehen und elektrische Signale empfangen«, sagt Schaeben. Die Ströme in den sogenannten Gradientenspulen werden extrem schnell umgeschaltet. Viele Patienten empfinden die lauten Klopfgeräusche als bedrohlich. Je nach untersuchtem Körperteil können sie daher Ohrstöpsel oder einen Gehörschutz benutzen, die für sie bereitliegen. Manchmal gibt es sogar Musik auf die Ohren.

Übrigens: »Bei Kopfuntersuchungen kann man über ein Spiegelsystem das Bedienpersonal sehen, das im Übrigen über ein Mikrofonsystem ständig mit dem Patenten verbunden ist«, sagt der Radiologe. Auch ein Notfallknopf befindet sich in Griffnähe, falls man Panik bekommt.

TEILEN
Datenschutz
Mehr von Avoxa