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Schlamm, Körnchen, Kiesel
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So geht Ernährung bei Gallensteinen

Ab der Lebensmitte ist jeder Fünfte von Steinen in Gallenblase oder -gängen betroffen. Nur ein Viertel davon hat Beschwerden – Steine sind oft blinde Passagiere oder werden zufällig bei einer Sonografie entdeckt. Welches Ernährungsverhalten unterstützt Vorbeugung und Behandlung?
AutorKontaktCornelia Höhn
Datum 26.06.2026  16:00 Uhr

Steinprotektive Wirkung?

Untersuchungen bestätigen, dass eine ballaststoff- und calciumreiche Ernährung der Entstehung von Gallensludge entgegenwirken kann. Auch magnesiumreiche Lebensmittel brachten positive Effekte. Ob dagegen Kaffeekonsum vor Gallensteinen schützt, wird kontrovers gesehen.

Zudem sprechen Beobachtungen für eine protektive Wirkung von ein- und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, wie in Oliven-, Raps- und Leinöl enthalten, sowie möglicherweise auch Nüssen. Die Aufnahme von gesättigten Fettsäuren und Transfetten ist hingegen mit einem erhöhten Risiko für Gallensteine assoziiert. Der Konsum von fettem Fleisch, Wurst, Käse, Butter und Kokosfett sowie fetthaltigem Gebäck, Fertigprodukten oder Frittiertem sollte daher eingeschränkt werden.

Ganz auf Fett zu verzichten, ist jedoch keine gute Idee: Gallensaft, der nicht gebraucht wird, bleibt in der Gallenblase stehen und dickt ein, was Gallensteine begünstigt. Auch durch Zuckerkonsum steigt das Gallensteinrisiko an: Werden viele Mono- und Disaccharide verzehrt, so wird vermehrt Insulin ausgeschüttet, das die Cholesterinbildung in der Leber anheizen kann.

Bei der Gewichtsabnahme ist ein langsames Vorgehen – weniger als anderthalb Kilo pro Woche – anzuraten, denn schnelle Gewichtsänderungen stören die Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit. Auch gut zu wissen: Beim Fasten nimmt zudem die Eigenbewegung der Gallenblase ab; es wird weniger und seltener Gallensaft entleert. Gleiches gilt auch für nächtliche Nüchternperioden länger als zwölf Stunden – ein Plädoyer für das Frühstück.

Auch trotz voll funktionsfähiger Gallenblase können manchmal Steine entstehen: Studien zeigen, dass durch die Einnahme von Ursodeoxycholsäure das Steinrisiko unter Reduktionsdiät wie auch nach Magen-Bypass-Operation verringert wird. Eine Zulassung für diese Indikation hat der Wirkstoff jedoch nicht. Von diesen beiden Ausnahmen abgesehen, wird eine medikamentöse Prophylaxe von Gallensteinen nicht empfohlen. Eine schwache Evidenz gibt es aber für einen steinpräventiven Effekt von Statinen.

Auch Nahrungsergänzungsmittel können möglicherweise vorbeugend wirken. Laut einer deutschen Beobachtungsstudie wirkte sich eine höhere Vitamin-C-Zufuhr positiv aus und die Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren konnte die Kontraktionsfähigkeit der Gallenblase bei Patienten mit Hypertriglyceridämie verbessern.

Pflanzliche Mittel, die die Gallenproduktion fördern sowie die Funktion von Leber und Galle unterstützen, vermögen Verdauungsbeschwerden wie Völlegefühl und Blähungen zu lindern, aber keine Steine aufzulösen. Dazu gehören zum Beispiel Pfefferminz, Löwenzahn, Wermut, Mariendistel, Schafgarbe, Artischocke und Curcuma.

»Steinprotektiv« nennt die Leitlinie körperliche Aktivität. Danach bringt täglich mindestens eine halbe Stunde Bewegung die Galle ausreichend in Schwung. Das hilft überdies bei der Gewichtsreduktion.

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